(Neu: Verluste ausgeweitet, BASF- und Wacker-Kurse, mehr Stimmen)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Das vorläufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hat bei den Aktionären von Lanxess am Freitag einmal mehr Finanzierungssorgen geweckt. Nach dem ersten Rutsch unter die 15-Euro-Marke drückten die Papiere ihr niedrigstes Niveau seit 2009 auch noch unter 14 Euro. Mit 13,55 Euro war der Abschlag am Nachmittag auf mehr als 17 Prozent ausgeweitet worden.
Der Joint-Venture-Partner Advent will die Anteile an Envalior vorerst nicht übernehmen und beruft sich dabei auf den vereinbarten Finanzierungsvorbehalt. Nun gelten für 2027 und 2028 vereinbarten Kaufrechte an dem Unternehmen, das auf technische Kunststoffe spezialisiert ist.
Anil Shenoy von der Barclays Bank schrieb, dass er in diesem Jahr ohnehin nicht an einen Abschluss geglaubt habe. Der Fokus von Anlegern verlagere sich nun aber auf die Verschuldung von Lanxess. Er hält die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung für möglich und sieht seine negativen Einschätzungen zu den Aktien und Anleihen von Lanxess untermauert.
Laut Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan waren Bilanzsorgen bei Lanxess schon länger das dominierende Thema der Aktienstory. Christian Bell von der UBS befürchtet, dass Lanxess bei Rating-Agenturen den Status "Investment Grade" verlieren könnte. Das Verhältnis zwischen Schulden und operativem Ergebnis liege mit 3,7 nämlich deutlich über der Schwelle von 2,5 für Anleihen von bester bis mittlerer Bonität.
Gemeinhin wird bei einem Verlust dieses Ratings auch von "Ramsch-Niveau" gesprochen. Damit könnten die Finanzierungskosten für das recht hoch verschuldete Unternehmen steigen. Lanxess selbst sieht sich allerdings auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf langfristig solide finanziert. Die Rückzahlung der im Oktober fälligen Anleihe sei bereits gesichert, hieß es am Donnerstagabend. Lanxess wollte dieses Jahr wie im vergangenen September angekündigt ursprünglich 1,2 Milliarden Euro durch den Verkauf einnehmen.
Udeshi schließt aus der Advent-Entscheidung, dass diese auch mit einem schwierigen Umfeld für zyklische Chemieunternehmen in Zusammenhang steht. Dieses spiegelt sich seiner Einschätzung nach auch in anderen Branchenwerten wie BASF oder Wacker Chemie noch nicht vollständig wider. In einem Marktumfeld, das weiterhin von Ölpreis-Unsicherheit geprägt war, fielen am Freitag auch die BASF-Aktien um 2,6 Prozent, während Wacker im MDax mit mehr als fünf Prozent Abschlag auffielen./tih/mis/stk
BASF SE ist der größte Chemiekonzern der Welt. Der Umsatz ist wie folgt auf die verschiedenen Produktfamilien verteilt:
- funktionale Produkte (40,5%): Katalysatoren (32,7% des Umsatzes), Leistungsmaterialien (25,9%), Monomere (25,2%), und Beschichtungen (16,2%);
- Hochleistungswerkstoffe (22,8%): Dispersionen und Pigmente (34,3% des Umsatzes), Chemikalien für die Pflege (31,9%), Performance Chemikalien (20,5%) und Nahrungsprodukte (13,3%);
- chemische Produkte (16,6%): Petrochemische Produkte (74,3% des Umsatzes) und Zwischenprodukte (25,7%);
- Agrochemikalien (15%);
- sonstige (5,1%).
Geographisch gesehen verteilt sich der Umsatz wie folgt: Deutschland (9,4%), Europa (28,6%), Nordamerika (27,2%), Asien / Pazifik (24,9%) und Südamerika / Afrika / Naher Osten (9,9%).
Dieses Super-Rating ist das Ergebnis eines gewichteten Durchschnitts der Rankings nach den Ratings Bewertung (Composite), EPS-Revisionen (4 Monate) und Visibilität (Composite). Wir empfehlen Ihnen, die zugehörigen Beschreibungen aufmerksam zu lesen.
Investment
Investment
Dieses Super-Composite-Rating ergibt sich aus dem gewichteten Durchschnitt der Bewertungen in den Kategorien Fundamentaldaten (Composite), Bewertung (Composite), BNA-Revisionen für ein Jahr und Ausblick (Composite). Wir empfehlen Ihnen, die dazugehörigen Beschreibungen aufmerksam zu lesen.
Gesamt
Gesamt
Dieses zusammengesetzte Rating ergibt sich aus dem Durchschnitt der Bewertungen in den Bereichen Fundamentaldaten (zusammengesetzt), Bewertung (zusammengesetzt), Fundamentaldaten-Revisionen (zusammengesetzt), Konsens (zusammengesetzt) und Sichtbarkeit (zusammengesetzt). Das Unternehmen muss in mindestens vier dieser fünf Bewertungskategorien erfasst sein, damit die Berechnung durchgeführt werden kann. Wir empfehlen Ihnen, die zugehörigen Beschreibungen aufmerksam zu lesen.
Qualität der Veröffentlichungen
Qualität der Veröffentlichungen
Dieses zusammengesetzte Rating ergibt sich aus dem Durchschnitt der Bewertungen in den Bereichen Rentabilität (zusammengesetzt), Ertragskraft (zusammengesetzt) und Finanzlage (zusammengesetzt). Damit die Berechnung durchgeführt werden kann, muss das Unternehmen in mindestens zwei dieser drei Bewertungskategorien erfasst sein. Wir empfehlen Ihnen, die zugehörigen Beschreibungen aufmerksam zu lesen.
ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.