Der Konzern gab an, dass Verbraucher in den USA, China und Europa im Berichtsquartal verstärkt zu seinen Premium-Haarpflegeprodukten und Parfüms gegriffen haben. Trotz wachsender Besorgnis über die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf das Konsumklima zeigte sich das Unternehmen optimistisch für das Wachstumsjahr 2026 bei Umsatz und Gewinn.
'L'Oreal hat zu alter Form zurückgefunden', kommentierten die Analysten von RBC, die für das erste Quartal lediglich ein Wachstum von 5,6% erwartet hatten.
Die Aktie legte im frühen Handel um fast 9% zu und notierte um 08:41 Uhr GMT mit einem Plus von 8,3% bei 375 Euro. Seit Jahresbeginn hatte der Titel rund 6% an Wert verloren, da Sorgen über die Folgewirkungen des Nahost-Konflikts den Luxussektor schwer belasteten.
L'Oreal, dessen Portfolio sämtliche Preissegmente abdeckt, schnitt besser ab als Luxusgüterkonzerne, die von Einbußen durch die Kaufzurückhaltung im Nahen Osten berichteten. Das Unternehmen übertraf zudem Wettbewerber wie den Nivea-Hersteller Beiersdorf, der in dieser Woche einen Umsatzrückgang vermeldete.
Im vergangenen Monat hatte der US-Kosmetikhändler Ulta Beauty eine Jahresprognose unter den Analystenschätzungen abgegeben, da höhere Kosten die Margen belasteten.
ZOLLTARIFE BLEIBEN EIN SORGENFAKTOR
L'Oreal, Hersteller von Kerastase-Shampoo, La Roche-Posay-Cremes und YSL Libre-Parfüm, erklärte, das Wachstum sei in den Schwellenländern besonders hoch gewesen. Auch der Absatz in China habe sich im ersten Quartal, getrieben durch die Nachfrage nach Luxusprodukten, verbessert.
In Europa, dem größten Markt des Konzerns, erwiesen sich die Verbraucher als widerstandsfähig und kauften Kosmetikartikel, um sich in stressigen Zeiten besser zu fühlen, so CEO Nicolas Hieronimus gegenüber Analysten.
Das Wachstum sei 'über zahlreiche Segmente verteilt, was bedeutet, dass nicht nur ein einzelner Geschäftsbereich den Rest nach oben gezogen hat', sagte Michael Field, Chefstratege für Aktien bei Morningstar.
Finanzvorstand Christophe Babule erläuterte vor Analysten, dass der Konzern im ersten Halbjahr negative Auswirkungen der US-Zolltarife auf die Bruttomarge spüren werde. Man versuche, diese ebenso abzufedern wie potenzielle Belastungen durch höhere Ölkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg.
Obwohl die Auswirkungen der Zölle weiterhin Anlass zur Sorge gäben, dürften Preiserhöhungen und Volumenwachstum diese wahrscheinlich ausgleichen, so Field.
Die Analysten von JPMorgan erklärten, sie hätten ihre Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr trotz einer erwarteten Verlangsamung im zweiten Quartal von zuvor 4,1% auf 4,8% angehoben.



















