Das Ministerium für Finanzen und Preise hatte Anfang dieser Woche angekündigt, dass das neue Preissystem am Freitag vorgestellt werde. Die Aktualisierung sei notwendig, um die 'tatsächlichen' Kosten für den Import von Benzin und Diesel abzubilden.
Schilder an einigen Tankstellen in Havanna wiesen einen Preis von 2,00 $ pro Liter für Superbenzin aus, nach zuvor 1,30 $. Normalbenzin verteuerte sich von 0,95 $ auf 1,80 $, während der Dieselpreis von 1,10 $ auf 2,00 $ stieg.
Die Stationen blieben jedoch geschlossen, und die Regierung hat bisher nicht mitgeteilt, ab wann Kraftstoff zu den neuen Tarifen verfügbar sein wird.
Autofahrer in Kuba, von denen die meisten seit vier Monaten kaum oder gar keinen Treibstoff erhalten haben, zeigten sich über die Ungewissheit frustriert.
'Im Moment wissen wir gar nichts', sagte Roberto Veguet, ein Taxifahrer aus Havanna. 'Wir wissen nicht einmal, wo wir überhaupt tanken können.'
Kuba hat seit Ende März keine Öllieferungen mehr erhalten, als der russische Tanker Anatoly Kolodkin etwa 700.000 Barrel lieferte - was für den Inselstaat mit 10 Millionen Einwohnern in etwa dem Bedarf von zwei Wochen entspricht. Dieser Treibstoff war laut offiziellen Angaben bereits Anfang Mai aufgebraucht.
Die kubanische Regierung erklärte, dass die künftige Preisgestaltung je nach Lieferant, Transportkosten, Routen, Versicherungen, damit verbundenen Risiken sowie Schwankungen auf den internationalen Märkten variieren könnte.
Auf dem Schwarzmarkt sind die Preise für Benzin auf 8 bis 10 $ pro Liter in die Höhe geschnellt. Dies liegt weit außerhalb der Reichweite der meisten Kubaner und um ein Vielfaches über dem Weltmarktniveau.
Einige Privatunternehmen in Kuba haben damit begonnen, Treibstoff zu hohen Kosten per Containerschiff aus den USA und anderen Ländern zu importieren, wobei dieser in der Regel nicht für den öffentlichen Verkauf bestimmt ist.
Die Vereinten Nationen haben die US-Treibstoffblockade gegen Kuba als illegal bezeichnet und erklärt, dass sie die Menschenrechte der Kubaner verletze. (Berichterstattung durch Ayose Naranjo, Redaktion durch Dave Sherwood und Rosalba O'Brien)




















