Kroger hat am Donnerstag seine Jahresumsatzprognose eingegrenzt, nachdem sich Anzeichen dafür mehren, dass Verbraucher beim Einkauf von Lebensmitteln und frischen Produkten selektiver vorgehen und verstärkt auf Sonderangebote setzen.
Die US-Supermarktkette verfehlte zudem die Umsatzerwartungen für das dritte Quartal, woraufhin die Aktie um fast 6 % nachgab. Interims-CEO Ron Sargent erklärte auf einer Telefonkonferenz nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, dass mittlerweile auch Haushalte mit mittlerem Einkommen unter ähnlichem Druck stünden wie Familien mit niedrigem Einkommen.
,,Sie tätigen kleinere, dafür häufigere Einkäufe, um ihr Budget besser zu kontrollieren, und reduzieren Ausgaben für nicht unbedingt notwendige Artikel", sagte Sargent - vor dem Hintergrund gekürzter Lebensmittelhilfeleistungen.
Die sogenannten SNAP-Leistungen, die Haushalten mit knappem Budget Lebensmittelhilfe bieten, wurden am 1. November während des bundesweiten Regierungsstillstands erstmals vorübergehend ausgesetzt, was die finanzielle Lage vieler Familien zusätzlich verschärfte.
,,Es scheint, dass Verbraucher beim Einkauf derzeit besonders auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis achten", erklärte Brian Mulberry, Portfoliomanager bei Zacks Investment Management.
Auch der Wettbewerb hat sich verschärft: Größere Konkurrenten wie Walmart und Target senken die Preise, um Kunden zu gewinnen. Kroger selbst hat im Berichtsquartal die Preissenkungen verstärkt, um preisbewusste Käufer zu halten.
Um Kosten zu senken, hat das Unternehmen Werke geschlossen und Stellen abgebaut. Gleichzeitig wird die E-Commerce-Strategie nach der Absetzung von CEO Rodney McMullen im März neu ausgerichtet.
Kroger wird drei der acht automatisierten Logistikzentren schließen, die gemeinsam mit dem britischen Partner Ocado errichtet wurden, und im Zuge der Umstellung auf ein hybrides Netzwerk sowie der vertieften Zusammenarbeit mit Instacart, DoorDash und Uber Eats eine Abschreibung in Höhe von 2,6 Milliarden US-Dollar vornehmen.
Krogers vergleichbarer Umsatz ohne Kraftstoff stieg im dritten Quartal um 2,6 %, lag damit aber unter den Erwartungen von 2,91 %, wie aus Daten von LSEG hervorgeht. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 1,05 US-Dollar und übertraf damit die Prognose von 1,03 US-Dollar.
Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet der Einzelhändler mit einem Wachstum der vergleichbaren Umsätze ohne Kraftstoff im Bereich von 2,8 % bis 3 %. Der Mittelwert liegt damit unter der zuvor erwarteten Steigerung von 3,14 %. Im September hatte Kroger noch ein Wachstum zwischen 2,7 % und 3,4 % prognostiziert.



















