Das bilaterale Handelsvolumen soll in diesem Jahr 20 Mrd. USD erreichen, wie Präsident Uchnaagiin Chürelsüch gegenüber dem chinesischen Außenminister Wang Yi am Wochenende in der Hauptstadt Ulaanbaatar erklärte. Es war der erste Besuch Wangs seit fast vier Jahren.
Dies entspräche einem Zuwachs von mehr als 10% gegenüber 2025 – und das, obwohl der Iran-Krieg die wirtschaftlichen Aussichten für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft in einer Phase schwächelnder Binnennachfrage eintrübt.
Chinesischen Zolldaten zufolge sank der bilaterale Handel im vergangenen Jahr auf 17,7 Mrd. USD, nachdem er 2024 noch bei 18,3 Mrd. USD gelegen hatte.
In einer gemeinsamen Erklärung am Montag vereinbarten die Nachbarstaaten, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu vertiefen, nannten jedoch kein spezifisches Handelsziel.
Jedes Prozent Wirtschaftswachstum in China könne die mongolischen Exporte um 4% steigern und das Wirtschaftswachstum des Landes um 0,6% ankurbeln, sagte Wang am Samstag auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit seinem mongolischen Amtskollegen unter Berufung auf Schätzungen internationaler Organisationen.
„Die Handelsdynamik ist durchaus positiv“, sagte Xu Tianchen, Senior Analyst bei der Economist Intelligence Unit. „Die Kupferproduktion der Mongolei steigt, und China steht bereit, diese abzunehmen.“
Auch Chinas Nachfrage nach mongolischer Kohle dürfte laut Xu steigen, nachdem ein Grubenunglück in der nördlichen Provinz Shanxi 82 Todesopfer forderte und das inländische Kohleangebot unter Druck setzte.
Der Binnenstaat Mongolei, der zwischen China und Russland liegt, exportierte im vergangenen Jahr mehr als 80 Mio. Tonnen Kohle – fast ausschließlich an seinen südlichen Nachbarn, wie chinesische Zolldaten belegen.
Die Vernetzung soll durch eine zweite grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung, die sich derzeit im Bau befindet, weiter gestärkt werden, so Wang.
„Alle Augen richten sich auf die Fertigstellung der Bahnverbindung am Grenzübergang Gashuunsukhait-Gantsmod, die den Handel weiter erleichtern wird“, fügte Xu hinzu.
China wird zudem 1 Mio. Impfdosen bereitstellen, um der Mongolei bei der Bekämpfung eines jüngsten Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche beim Viehbestand zu helfen, erklärte Wang.
Angesichts der engeren Bindungen sicherte Chürelsüch zu, dass die Mongolei ungeachtet ihrer Beziehungen zu Drittstaaten jegliche Handlungen unterlassen werde, die Chinas Interessen schaden könnten. (Berichterstattung durch Ryan Woo und Xiuhao Chen; Redaktion durch Clarence Fernandez)



















