Die Schärfe des Rückgangs bei Softwareaktien in den vergangenen Tagen, ausgelöst durch Befürchtungen über Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und deren mögliche Disruption der Branche, hat laut Strategen von JP Morgan Chancen für Anleger geschaffen, um sich auf eine Erholung bei qualitativ hochwertigen Aktien zu positionieren.

"Der Markt preist derzeit Worst-Case-Szenarien einer KI-Disruption ein, die in den nächsten drei bis sechs Monaten jedoch unwahrscheinlich sind", schrieben die von Dubravko Lakos-Bujas geführten Strategen von JPMorgan am Dienstag in einer Notiz.

"Angesichts der aktuellen Positionierung, der übertrieben pessimistischen Einschätzung der KI-Disruption im Softwarebereich und solider Fundamentaldaten glauben wir, dass das Chancen-Risiko-Verhältnis zunehmend zugunsten einer Erholung verschoben ist, insbesondere in hochwertigen Softwaresegmenten", so die Strategen weiter.

Die globalen Märkte wurden in der vergangenen Woche erschüttert, nachdem die Einführung von Plug-ins für den Claude Cowork Agenten des KI-Entwicklers Anthropic die Sorge neu entfachte, dass sich schnell weiterentwickelnde KI-Systeme in die Kerngeschäfte traditioneller Softwareunternehmen hineindrängen könnten. Dies führte dazu, dass der S&P 500 Software- und Dienstleistungsindex in sechs Sitzungen bis Donnerstag um bis zu 17% fiel. Seit Donnerstag hat sich der Index um etwa 7% erholt.

Auch wenn weitere Schwäche bei Softwareaktien nicht ausgeschlossen wird, empfahlen die Strategen, "Anleger sollten ihr Engagement in einem Korb qualitativ hochwertiger und KI-resilienter Softwareunternehmen erhöhen". 

Zu diesem Korb zählen Microsoft, Palo Alto Networks, ServiceNow, CrowdStrike Holdings und Datadog – einige der am stärksten von der jüngsten Verkaufswelle betroffenen Aktien.

Unabhängig davon sehen auch Strategen von Morgan Stanley attraktive Chancen in diesem Bereich und nennen mehrere Treiber, darunter starke Umsatzerwartungen, verbesserte Gewinnrevisionen und den Vorteil, den Mega-Cap-Tech-Unternehmen aus einem schwächeren Dollar ziehen können. 

"Wir glauben, dass die Verwerfungen bei US-Softwarebewertungen stimmungsgetrieben und nicht fundamental sind", erklärte Katy Huberty, globale Forschungsleiterin bei Morgan Stanley, in einer Notiz.

Unterdessen griffen Privatanleger nach dem starken Ausverkauf der vergangenen Woche beherzt bei Software- und Tech-Aktien zu und ignorierten die Sorgen weitgehend.