Ein Ausblick auf den Tag an den europäischen und globalen Märkten von Ankur Banerjee

Japans Nikkei kehrte aus der Feiertagspause zurück und schloss sich der rasanten KI-Rallye an. Damit folgten die japanischen Blue Chips den Aktienmärkten in Südkorea und Taiwan auf Rekordhöhen, während die Ölpreise nahe der Marke von 100 Dollar pro Barrel verharrten, da die Märkte gespannt auf ein Abkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten warten.

Der Leitindex Nikkei 225 kletterte um fast 6 % nach oben und zog die breiteren asiatischen Indizes auf Rekordstände, nachdem robuste Quartalszahlen von Technologieunternehmen das KI-Momentum weiter anheizten.

Der Nikkei verzeichnet in diesem Jahr nun ein Plus von 25 %, hinkt jedoch dem atemberaubenden Anstieg des KOSPI in Seoul hinterher, der im Jahr 2026 um 75 % zulegte. Damit bleibt Südkorea der weltweit am besten performende große Aktienmarkt, nachdem er diesen Titel bereits im Vorjahr innehatte. Taiwans Aktien sind in diesem Jahr um 45 % gestiegen.

Im Gegensatz dazu legte der technologielastige Nasdaq im Jahr 2026 bisher um 11 % zu, während der S&P 500 ein Plus von fast 8 % verzeichnet. In gewisser Weise ist Asien die Region, in der sich der KI-Boom in diesem Jahr am deutlichsten manifestiert.

Erst in dieser Woche trat Samsung Electronics neben der taiwanischen TSMC dem Billionen-Dollar-Club bei. SK Hynix ist davon nicht mehr weit entfernt.

Am Devisenmarkt zeigte sich der Yen im asiatischen Handel stabil bei 156,35 pro US-Dollar. Dennoch blieben die Händler wachsam, da plötzliche Kurssprünge in den vergangenen Handelstagen Spekulationen über Interventionen der japanischen Behörden auslösten.

Insider berichteten Reuters, dass Tokio am vergangenen Donnerstag interveniert habe, wobei Geldmarktdaten darauf hindeuten, dass etwa 35 Milliarden Dollar zur Stützung des Yen verkauft wurden. Seither verzeichnete der Markt drei abrupte Yen-Sprünge, darunter am Mittwoch, als die Währung mit 155 pro US-Dollar ein 10-Wochen-Hoch erreichte.

Japan unterliege keinen Beschränkungen hinsichtlich der Häufigkeit von Marktinterventionen und stehe in täglichem Kontakt mit den US-Behörden, erklärte der oberste Währungsdiplomat des Landes am Donnerstag. Im Tagesverlauf erwartete Daten könnten Aufschluss darüber geben, ob Tokio tatsächlich am Markt aktiv wurde.

Im Nahen Osten prüft Teheran einen US-Friedensvorschlag, der laut Quellen den Konflikt formell beenden würde. Zentrale US-Forderungen, wonach der Iran sein Atomprogramm aussetzen und die Straße von Hormus wieder öffnen soll, blieben dabei jedoch ungelöst.

Der Schiffsverkehr auf diesem entscheidenden Seeweg steht seit Ausbruch des Krieges Ende Februar faktisch still, was die Ölpreise in die Höhe trieb und Inflationsängste schürte.

Obwohl die jüngsten Nachrichten über ein mögliches Friedensabkommen die Ölpreise belasteten, verharren diese bei rund 100 Dollar pro Barrel und damit deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Auch der Dollar geriet unter Druck, da sich die Risikobereitschaft der Anleger verbesserte.

Die britischen Kommunalwahlen am Donnerstag stehen im Fokus globaler Anleiheinvestoren. Es besteht die Sorge, dass ein schwaches Abschneiden der regierenden Labour-Partei den Weg für eine unerwünschte Führungsdebatte ebnen und neue Bedenken hinsichtlich einer fiskalischen Disziplinlosigkeit aufkommen lassen könnte.

Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Donnerstag beeinflussen könnten:

Wirtschaftsdaten: PMI-Daten für April aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien