Die stellvertretende Gouverneurin Michelle Alexopoulos betonte, dass die Zentralbank den Arbeitsmarkt genau beobachte. Sie erwarte, dass mit der zunehmenden Verbreitung von KI zwar einige Stellen ersetzt würden, gleichzeitig aber neue Berufsbilder entstehen dürften.
'Im Großen und Ganzen deuten die Belege jedoch noch nicht auf eine flächendeckende Verdrängung von Arbeitnehmern durch KI hin', sagte sie vor einem Wirtschaftspublikum in Ottawa.
Während Technologieunternehmen Milliarden von Dollar in das KI-Wachstum investieren, prognostizieren Experten wahlweise massive Produktivitätsgewinne oder enorme Stellenverluste.
'Wir sehen erste Anzeichen für geringfügige Produktivitätssteigerungen durch KI', so Alexopoulos. Die BoC beziehe diese begrenzten Gewinne bereits in ihre Projektionen und Schätzungen des Produktionspotenzials ein.
Die jüngste Umfrage der Bank unter führenden Experten für Risikomanagement im Finanzsektor habe gezeigt, dass viele KI als Werkzeug zur Unterstützung der Entscheidungsfindung sehen, wobei der Mensch weiterhin die volle Kontrolle behalte, sagte sie.
'Dies bekräftigt die Ansicht, dass KI Arbeitsplätze vor allem verändern - und nicht abschaffen wird', fügte sie hinzu.
Mit Blick auf Kanada führte sie aus, dass der Fachkräftemangel infolge der alternden Bevölkerung die Entwicklung neuer KI-Anwendungen wahrscheinlich beschleunigen werde.
Alexopoulos erklärte, es sei noch nicht absehbar, ob sich der Einsatz von KI über die gesamte Wirtschaft erstrecken oder auf bestimmte Sektoren und Aufgaben konzentrieren werde.
Sollte KI verstärkt in Arbeitsabläufe und Unternehmen integriert werden, könnte dies die Effizienz bei der Warenproduktion und der Erbringung von Dienstleistungen steigern.
'Eine höhere Produktivität wird die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, was zu höheren Löhnen für die Arbeitnehmer, Kosteneinsparungen für die Verbraucher und weniger Inflationsdruck führen wird', sagte sie.
Gouverneur Tiff Macklem hatte bereits 2024 angemerkt, dass die Einführung von KI durch Unternehmen kurzfristig den Preisdruck erhöhen, langfristig jedoch das Produktivitätswachstum fördern könnte.
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