Eine Explosion bei den Essenslieferungen gestaltet KFC China, die größte Restaurantmarke des Landes, grundlegend um. Dies kurbelt zwar den Umsatz an, setzt jedoch die Margen unter Druck. 

Die Lieferumsätze der Marke stiegen im Jahresvergleich um 33 % und machten rund 55 % des Gesamtumsatzes aus, gegenüber 43 % im Vorjahr, wie die Muttergesellschaft Yum China am Mittwoch berichtete. 

'Wir glauben, dass dies ein langfristiger Trend ist', erklärte Finanzvorstand Adrian Ding gegenüber Investoren während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen.

Der flächenbereinigte Gesamtumsatz von Yum China blieb unverändert, obwohl Neueröffnungen den Umsatz um 4 % nach oben trieben. Der Betriebsgewinn stieg um 12 % auf 447 Millionen Dollar. 

Der Markt für Essenslieferungen in China hat sich im vergangenen Jahr extrem verschärft. Die E-Commerce-Giganten Alibaba und JD.com kämpfen aggressiv um Marktanteile, indem sie Gutscheine und Rabatte auf das gesamte Sortiment anbieten - von Speiseeis und Coffee-to-go bis hin zu KFCs Brathähnchen.

Der sogenannte 'Instant Retail' - Waren, die innerhalb einer Stunde geliefert werden - ist ins Visier der chinesischen Regulierungsbehörden geraten. Diese haben wiederholt vor einem ruinösen Unterbietungswettbewerb unter den Lieferdiensten gewarnt.

Obwohl die Lieferungen den Absatz ankurbeln, zehren sie an den Margen, da Yum China diese im Rahmen von Vereinbarungen mit den Technologieunternehmen subventioniert. Ding sagte, dass die Margen aufgrund höherer Kosten für die Zusteller um 190 Basispunkte geschrumpft wären, die Auswirkungen jedoch zur Hälfte durch Effizienzsteigerungen im operativen Filialgeschäft abgefedert werden konnten. Das Unternehmen erwartet, dass sich die Margen im Gesamtjahr ausweiten werden. 

Die Konzernleitung gab in der Telefonkonferenz an, dass die Subventionen für Liefer-Apps zuletzt nachgelassen hätten und sich die Apps nun stärker auf größere Bestellungen konzentrierten. 'Wir begrüßen diese Entwicklung und sind überzeugt, dass sie unserer Branche langfristig zugutekommen wird', sagte CEO Joey Wat. Laut Management machen die Kosten für Lieferfahrer etwa 30 % der Personalkosten des Unternehmens aus, das unter anderem auch die chinesischen Sparten von Pizza Hut und Taco Bell betreibt.