DOW JONES--Mit einem eher orientierungslosen Handel rechnen Händler am Freitag. Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos und dem Rückzieher von US-Präsident Donald Trump beim Thema Grönland und Zusatzzöllensei der Markt auf Richtungssuche, heißt es. An den europäischen Börsen deutet sich ein wenig veränderter Handelsbeginn an. "Das große, übergeordnete Thema ist jetzt erstmal weg", erläutert ein Händler. Der Markt müsse sich erst wieder umstellen auf Konjunkturthemen und Einzelunternehmen in der Berichtssaison - so in Deutschland den Geschäftsausweis von BASF. Dies sei aufwendig und dürfte einige Tage dauern. Dazu komme die Unklarheit, welche Details zum Thema Grönland ausgehandelt worden seien.
Als "verdächtig" wird dabei der weiterhin hohe Goldpreis genannt. Dies zeige, dass es weiter Bedarf an sicheren Häfen gebe, meint Analystin Kathleen Brooks von XTB. In diesem Zusammenhang rückt die Hoffnung auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine in den Blick. Klar im Fokus stehen am Freitag die angekündigten Einkaufsmanagerindizes, von denen etliche aus Europa, aber auch außerhalb des Kontinents erwartet werden. Für Deutschland dürften diese von zentraler Bedeutung sein. Erste Daten aus Asien zeigen ein durchwachsenes Bild der globalen Industrie.
Keine echte Belastung für den europäischen Technologiesektor sehen Händler nach den schwachen Geschäftszahlen von Intel. "Das geht alles auf hauseigene Probleme und Produkte zurück", sagt ein Händler. Intel entwickele sich zwar wieder in die richtige Richtung, dies sei aber ein längerer Prozess so wie das Hochfahren der Produktion, der nicht durch Quartalszahlen abgebildet werden könne. Dazu komme die RAM-Krise, die die Absatzplanbarkeit bei allen Chip-Unternehmen erschwere. Der kräftige nachbörsliche Abschlag der Aktie von 12 Prozent in den USA korrigiere daher nur Vorschusslorbeeren, die die Börse seit dem US-Staatseinstieg verteilt habe.
Als "nicht wirklich überraschend" werden die vorgezogenen Jahreszahlen 2025 von BASF im Handel bezeichnet. Der Chemiekonzern hat die eigene Gewinnprognose beim EBITDA etwas unterboten. Die Gründe seien allerdings die bekannten, so Preisdruck und Gegenwind von der Währungsseite. Die Analysten von Jefferies merken an, beim Absatzvolumen seien die Erwartungen leicht übertroffen worden - beim freien Cashflow sogar deutlich. Einen Ausblick habe BASF nicht geliefert, die Geschäftszahlen deuteten jedoch auf einen schwächeren Start in das neue Jahr und damit Druck auf die Konsenserwartungen hin. Vorbörslich verliert der Kurs 3,2 Prozent bei Lang & Schwarz.
Als überraschend stark werten Händler in ersten Einschätzungen die Geschäftszahlen von Netzwerkausrüster Ericsson im vierten Quartal. "Man hat die Margenstärke und die Konjunktur unterschätzt", sagt ein Händler. Unter dem Strich habe dies zu deutlich höheren Gewinnkennziffern geführt. Auch den Anstieg des organischen Absatzes um 4 Prozent im Quartal habe man aufgrund der konjunkturellen Investititionszurückhaltung nicht erwartet. Dazu kämen noch eine Dividendenerhöhung und ein großer Aktienrückkauf als "Sahnehäubchen". Der vorbörsliche Kursanstieg von rund 6 Prozent sei daher eher noch zu gering.
Wacker Neuson brechen bei Lang & Schwarz am Morgen um 18,2 Prozent ein. Händler verweisen auf den Abbruch der Übernahmegespräche mit der südkoreanischen Doosan. "Das ist nichts operatives, damit wird nur die Übernahmeprämie ausgepreist", kommentiert ein Händler den Kursabsturz. Die Aktien seien damit in den Bereich über 19 Euro zurückgefallen, den sie zum Zeitpunkt vor Beginn der Übernahmespekulation Anfang Dezember inne hatten. "Ab jetzt wird die Aktie wieder nach den Konjunkturerwartungen gehandelt", sagt der Marktteilnehmer.
=== Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Do, 17:20 Uhr % YTD EUR/USD 1,1742 -0,1% 1,1757 1,1749 -0,5% EUR/JPY 186,62 +0,2% 186,22 185,97 +0,5% EUR/CHF 0,9279 -0,0% 0,9281 0,9281 -0,2% EUR/GBP 0,8704 -0,0% 0,8706 0,8705 -0,2% USD/JPY 158,95 +0,3% 158,40 158,29 +1,0% GBP/USD 1,3491 -0,1% 1,3503 1,3497 -0,3% USD/CNY 6,9933 +0,0% 6,9921 6,9975 -0,4% USD/CNH 6,9606 -0,1% 6,9656 6,9684 -0,2% AUS/USD 0,6850 +0,1% 0,6840 0,6831 +1,3% Bitcoin/USD 89.408,00 +0,1% 89.281,50 88.701,00 +1,7% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 59,96 59,36 +1,0% 0,60 +3,2% Brent/ICE 64,71 64,06 +1,0% 0,65 +5,1% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.956,06 4.935,98 +0,4% 20,08 +11,8% Silber 98,86 96,18 +2,8% 2,68 +30,6% Platin 2.257,24 2.242,32 +0,7% 14,92 +21,3% Kupfer 5,83 5,78 +0,9% 0,05 +1,5% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/flf/ros
(END) Dow Jones Newswires
January 23, 2026 02:21 ET (07:21 GMT)



















