Die Immobilienmärkte in Hongkong und auf dem chinesischen Festland sahen sich in den letzten Jahren mit einem deutlichen Abschwung konfrontiert. Laut dem Immobilien-Investmentunternehmen CBRE sind die Wohnimmobilienpreise in Hongkong seit ihrem Höchststand im Jahr 2021 um über 24 % gefallen, was die schwache Nachfrage und die Auswirkungen höherer Zinssätze widerspiegelt.

Gleichzeitig haben steigende globale Zinsen die Finanzierungskosten erhöht und die Bewertungen unter Druck gesetzt. Nach Angaben des IWF hat das Vorgehen Chinas gegen die Verschuldung von Bauträgern die Liquidität verknappt und die Verlangsamung vertieft.

Aus diesem Grund hat CK Asset, ein an der Hongkonger Börse notiertes Konglomerat, das in der Immobilienentwicklung und -investition tätig ist, seinen Fokus schrittweise verlagert. Während Immobilienverkäufe immer noch etwa 24 % des Umsatzes ausmachen, ist der Mix nun deutlich diversifizierter. Wiederkehrende und relativ stabile Segmente nehmen einen größeren Anteil ein, darunter Infrastruktur und Versorgungsunternehmen (32 %), Pub-Betriebe (31 %) und Mieteinahmen (7 %), ergänzt durch kleinere Beiträge aus Hotels (5 %) und Immobilienverwaltung (1 %).

Die Chance ist nach wie vor vorhanden: Die Nachfrage nach Sachwerten und Infrastruktur verschwindet nicht. Doch wie bei den meisten diversifizierten Asset-Playern läuft es auf eine einfache Frage hinaus: Kann CK Asset Kapital effizient einsetzen, ohne bei Deals zu viel zu bezahlen oder versteckte Risiken einzugehen?

Rauschen vs. Zahlen

Um die Zahlen von CK Asset für das Geschäftsjahr 25 zu verstehen, muss man das finanzielle Rauschen ausblenden. Der Umsatz stieg kräftig um 19,9 % gegenüber dem Vorjahr von 71,6 Mrd. HKD auf etwa 85,8 Mrd. Hongkong-Dollar. Getrieben wurde dies durch höhere Immobilienverkäufe, die im Geschäftsjahr 24 von 9,9 Mrd. HKD auf 20,5 Mrd. HKD um 105,3 % stiegen, sowie durch Beiträge aus Überseeprojekten.

Die Gewinne zeichneten jedoch ein anderes Bild. Der Nettogewinn sank auf 10,8 Mrd. HKD, ein Rückgang von 20,3 % gegenüber 13,7 Mrd. HKD im Vorjahr, vor allem weil sinkende Immobilienwerte frühere Gewinne zunichtemachten.

Das Management betonte, dass diese Neubewertungen nicht zahlungswirksamer Natur sind und die zugrunde liegende operative Stärke nicht beeinträchtigen.

Unterdessen blieb die Liquidität stark: Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen von 35,6 Mrd. HKD auf 41,5 Mrd. HKD. Dies unterstreicht die Fähigkeit des Unternehmens, flexibel zu bleiben und Kapital in einem volatilen Marktumfeld opportunistisch einzusetzen.

Höchstleistung erreicht?

Bei 47,3 HKD liegt die Aktie im Jahresvergleich um 45,9 % im Plus, handelt aber immer noch unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 52,35 HKD. Dies deutet darauf hin, dass noch ein gewisses Aufwärtspotenzial bestehen könnte, wenngleich ein Großteil der Erholung bereits eingepreist ist.

Die Bewertungen wirken ausgewogen: Die Aktie wird auf Basis der geschätzten Gewinne für das Geschäftsjahr 26 mit dem 9,7-fachen gehandelt, was weitgehend ihrem Dreijahresdurchschnitt von 9,7 entspricht. Dies deutet darauf hin, dass sie fair bewertet und nicht überreizt ist.

Die Stimmung unter den Analysten bleibt positiv: Sieben von zehn Analysten bewerten den Titel mit 'Buy'. Das durchschnittliche Kursziel von 53,5 HKD impliziert ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 13,3 %.

Die Dividende für das Geschäftsjahr 25 von 1,8 HKD bietet eine Rendite von 4,5 %, wobei für die Zukunft mit 4,2 % gerechnet wird. Dies macht die Aktie zu einem soliden Ertragswert mit moderatem Kurspotenzial.

Besonnene Schritte

CK Asset ist Risiken aus Immobilienzyklen ausgesetzt, in denen fallende Preise und eine schwache Stimmung sowohl die Erträge als auch die Bewertungen beeinflussen können. Trotz der Diversifizierung hängen die Renditen stark davon ab, Vermögenswerte zum richtigen Preis zu erwerben, die Verschuldung zu steuern und sich in den regulatorischen und wirtschaftlichen Umfeldern weltweit zurechtzufinden. Währungsschwankungen und globale makroökonomische Bedingungen fallen heute stärker ins Gewicht als früher.

Das Geschäft ist relativ stabil, aber die Performance hängt letztlich von einer disziplinierten Kapitalallokation und einer konsequenten langfristigen Umsetzung über Marktzyklen hinweg ab.