Die Schweizer Bank Julius Bär hat am Montag für das Jahr 2025 einen Nettogewinn von 764 Millionen Schweizer Franken (988 Millionen US-Dollar) gemeldet, was einem Rückgang von 25% gegenüber 2024 entspricht, jedoch die Erwartungen der Analysten in einem von Abschreibungen geprägten Jahr übertraf.

Die Aktien gaben am späten Vormittag um 1,5% nach, nachdem sie zuvor um fast 5% gefallen waren.

Die Bank verbuchte 2025 einen Netto-Kreditverlust von 213 Millionen Franken, wobei zuvor bekannt gegebene Kreditrückstellungen teilweise durch Kreditrückgewinnungen ausgeglichen wurden. 

„Alles in allem war 2025 ein erfolgreiches Übergangsjahr“, sagte CEO Stefan Bollinger nach den Abschreibungen, die er in seinem ersten Jahr in dieser Funktion angekündigt hatte.

Die verwalteten Vermögen stiegen um 5% auf 521 Milliarden Franken, wobei der Netto-Neugeldzufluss von 14,4 Milliarden Franken einer Prognose der Zürcher Kantonalbank entsprach. 

Diese Zuflüsse und die steigenden Bewertungen an den globalen Aktienmärkten überkompensierten laut Julius Bär die Auswirkungen eines stärkeren Schweizer Frankens. 

Die Bank strebt für 2026 an, beim Netto-Neugeld besser abzuschneiden als im Vorjahr und dieses Wachstum bis 2028 auf das ausgegebene Ziel von 4%-5% zu steigern, sagte CFO Evie Kostakis zu Analysten.

Durch die Einstellung von über 150 Kundenbetreuern pro Jahr erwartet Julius Bär, ihre Nettoanzahl in den Jahren 2026, 2027 und 2028 zu erhöhen, so Kostakis weiter.

KEINE KLARHEIT BEZÜGLICH LAUFENDER FINMA-PRÜFUNG

Die Bank unterliegt weiterhin einer Enforcement-Prüfung der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA wegen erheblicher Verluste, die vor Bollingers Amtsantritt entstanden sind. Die Prüfung verbietet es der Bank, neue Aktienrückkäufe anzukündigen.

„Wir warten lediglich darauf, dass das Enforcement-Verfahren abgeschlossen wird“, sagte Bollinger und fügte hinzu, dass die Bank bislang keine Rückkäufe beantragt habe.

Bollinger erklärte, dass Gespräche über einen möglichen Rückkauf erst beginnen könnten, wenn Victoria McLean Ende Februar als neue Chief Compliance Officer zur Bank stößt.

Unabhängig davon kündigte Julius Bär Änderungen im Verwaltungsrat an: Der derzeitige Vizepräsident Richard Campbell-Breeden wird im April zurücktreten. Ihm soll, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre, Juerg Hunziker nachfolgen, teilte die Bank mit. 

($1 = 0,7730 Schweizer Franken)