JPMorgan Chase hat versucht, eine Einigung mit einem ehemaligen Investmentbanker zu erzielen, bevor dieser kürzlich Klage wegen sexueller Übergriffe und Belästigung einreichte, wie ein Sprecher der Bank am Mittwoch mitteilte.

Die größte US-Bank bot 1 Million Dollar an, um die Vorwürfe beizulegen, berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise. Der ehemalige Banker habe das Angebot jedoch abgelehnt und eine höhere Summe gefordert.

Der Kläger, der in der Klageschrift unter dem Pseudonym 'John Doe' geführt wird, verklagte letzte Woche JPMorgan sowie die Führungskraft im Bereich Leveraged Finance, Lorna Hajdini. Er behauptet, bei der Bank sexuellen Übergriffen und rassistischen Belästigungen ausgesetzt gewesen zu sein.

Die Klage wurde am Montag vor einem Gericht im Bundesstaat New York erneut eingereicht, nachdem sie zuvor zurückgezogen worden war. Ein Anwalt von 'John Doe' reagierte nicht unmittelbar auf eine Bitte um Stellungnahme.

'Obwohl wir vertrauliche Gespräche nicht kommentieren können, haben wir versucht, eine Einigung zu erzielen, um den Zeitaufwand und die Kosten eines Rechtsstreits zu vermeiden und einen Mitarbeiter zu unterstützen, dem genau der Reputationsschaden angedroht wurde, der nun eintritt', sagte ein Sprecher von JPMorgan.

'Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass diese Anschuldigungen unbegründet sind, und neue Informationen, die infolge der öffentlichen Einreichung bekannt wurden, bestätigen diese Schlussfolgerung nur.'

In seiner Klage behauptet 'John Doe', Hajdini habe mutmaßlich ihre Seniorität ausgenutzt, um ihn zu nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen zu nötigen. Zudem gab er an, dass das Leveraged-Finance-Team rassistische Beleidigungen gegen ihn gerichtet habe.

Der Beschwerdeführer, ein in New York ansässiger Mann asiatischer Abstammung, trat der Leveraged-Finance-Gruppe von JPMorgan im März 2024 als Senior Vice President bei, so die Klageschrift.

Im Mai 2025 reichte der Kläger eine interne Beschwerde bei JPMorgan ein, in der er behauptete, Diskriminierung aufgrund von Rasse und Geschlecht sowie sexuellem Missbrauch ausgesetzt gewesen zu sein. 'John Doe' wurde nach Einreichung der Beschwerde beurlaubt, heißt es in der Klage.

JPMorgan erklärte, dass eine interne Untersuchung unter Einbeziehung zahlreicher Mitarbeiter keine Anhaltspunkte für die Vorwürfe ergeben habe. Der Beschwerdeführer habe sich laut Bank geweigert, an der Untersuchung teilzunehmen.

Die Anwälte von Hajdini haben die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, dass die beiden niemals sexuelle oder romantische Beziehungen unterhalten hätten.

'Sie bleibt dabei, dass seine falschen Behauptungen völlig frei erfunden sind und ihren Ruf schädigen', so Hajdinis Anwälte.