JPMorgan Chase, Barclays und Fifth Third haben die Abweisung einer Klage von Investoren erwirkt. Diese hatten den Banken vorgeworfen, bei der beträgerischen Vermarktung von Forderungstiteln des mittlerweile insolventen Subprime-Autokreditgebers Tricolor massive Warnsignale ('red flags') ignoriert zu haben.

Der US-Bezirksrichter Jed Rakoff in Manhattan wies den Fall am Mittwoch ab und kündigte an, seine Begründung zu gegebener Zeit nachzureichen.

Inhaber von forderungsbesicherten Wertpapieren (Asset-Backed Securities) von Tricolor im Wert von über 270 Millionen Dollar, die zwischen April 2022 und Juni 2025 emittiert wurden, warfen den Banken vor, den Kopf in den Sand gesteckt zu haben. Die Institute hätten die Autokredite von Tricolor finanziert und verbrieft, während sie gleichzeitig als Hauptkreditgeber fungierten und so das 'Schneeballsystem' des Unternehmens ermöglichten.

Zu den 36 Klägern gehörten unter anderem Fonds von Janus Henderson, Ellington Capital Management und One William Street Capital Management.

Barclays und die in Cincinnati ansässige Fifth Third lehnten eine Stellungnahme ab. JPMorgan gab zunächst keinen Kommentar ab.

Tricolor vergab Autokredite vornehmlich in einkommensschwachen hispanischen Gemeinden im Südwesten der USA, bevor das Unternehmen im September die Liquidation beantragte.

Der Insolvenzantrag erfolgte 18 Tage bevor der große Autoteilezulieferer First Brands Gläubigerschutz nach Chapter 11 suchte.

Beide Insolvenzen verdeutlichen die Risiken im Bereich Private Credit, bei dem Investoren Kapital für Unternehmen bereitstellen, die einer geringeren regulatorischen Aufsicht unterliegen als Unternehmen am öffentlichen Kapitalmarkt.

Die Investoren warfen JPMorgan, Barclays und Fifth Third vor, fälschlicherweise versichert zu haben, dass die Tricolor-Anleihen kaufenswert seien, obwohl Audits in den Jahren 2022 und 2024 offenbarten, dass Tricolor Kreditforderungen unzutreffend auswies und Cashflows entweder zweckentfremdete oder 'erfand'.

Einige Papiere wurden laut Investorenangaben zuletzt unter 10 Prozent ihres Nennwertes gehandelt.

In ihrem Antrag auf Abweisung argumentierten die Banken, die Investoren hätten 'höchstens' Fahrlässigkeit, aber keine Betrugsabsicht dargelegt. Zudem hätten Vorwürfe, einen Betrug nicht frühzeitig gestoppt zu haben, vor Bundesgerichten in New York noch nie für eine Verurteilung wegen Wertpapierbetrugs ausgereicht.

Alle drei Banken haben Verluste in dreistelliger Millionenhöhe im Zusammenhang mit Tricolor gemeldet.

Im Dezember wurden der Vorstandsvorsitzende von Tricolor, Daniel Chu, und der ehemalige operative Leiter, David Goodgame, in Manhattan angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, Gläubiger und Kreditgeber systematisch betrogen zu haben, unter anderem durch die Fälschung von Kreditdaten und die doppelte Verpfändung von Sicherheiten. Beide erklärten sich für nicht schuldig.