Die Aktien der Pkw-Sparte des indischen Automobilherstellers Tata Motors kletterten am Freitag um bis zu 8,3 %. Die Anleger blickten dabei über den Margendruck infolge des Nahostkonflikts hinweg, da Jaguar Land Rover (JLR) zur Sicherung der Rentabilität auf Kosteneinsparungen und die Einführung von Premiummodellen setzt.

Die Rallye spiegelt das Vertrauen der Investoren wider, dass Tata Motors die durch den Nahen Osten bedingten Kostendruckfaktoren kompensieren kann. Hierbei setzt der Konzern auf die Preismacht von JLR - seinem größten Umsatzträger -, eine robuste Nachfrage in den westlichen Märkten sowie ein Effizienzprogramm im Volumen von 2,3 Milliarden Dollar.

Gegen 10:43 Uhr IST notierten die Titel mit einem Plus von 5,6 % bei 357,70 Rupien und waren damit der Spitzenreiter im Benchmark-Index Nifty 50 sowie im Nifty Auto Index, die um 0,6 % bzw. 0,7 % zulegten.

Brokerhäuser führten den Kursanstieg zudem auf den Optimismus hinsichtlich eines hochwertigeren Produktmixes und eines resilienten Indien-Geschäfts zurück.

Laut Jefferies bleibt die westliche Nachfrage stabil, während der Kostensenkungsplan die Break-Even-Schwelle voraussichtlich auf 300.000 Einheiten senken wird. Für das Geschäftsjahr 2027-28 wird eine EBITDA-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 10 % bis 10,5 % erwartet. Im Geschäftsjahr 2026 hatte sich die Marge auf 9,2 % verengt.

Die Markteinführung des elektrischen Range Rover sowie des Free-Lander in China könnte die Profitabilität kurzfristig ankurbeln, so Ambit Capital in einer Analyse. Der Erfolg dieser Modelle sei entscheidend für den lang erwarteten Wandel der Marke hin zu einem reinen Luxussegment.

Macquarie merkte ergänzend an, dass besser als erwartet ausgefallene Margen sowohl im indischen Pkw-Geschäft als auch bei JLR die kurzfristige Aktienperformance stützen könnten.

Der Automobilhersteller hat die Preise bereits zum 1. April angehoben und könnte diese bei anhaltendem Kostendruck erneut erhöhen, erklärte Managing Director und CEO Shailesh Chandra am Donnerstag in einer Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Er fügte hinzu, dass die Rohstoffpreise in den letzten 9 bis 12 Monaten um etwa 5 % gestiegen seien und weiterhin volatil blieben.