Japans Finanzmärkte könnten im kommenden Jahr erschüttert werden, falls die Zentralbank bei der Inflationsbekämpfung ,,hinter der Kurve" zurückbleibt. Das sagte Yuichi Chiguchi, Chef-Investmentstratege von BlackRock Japan.
Die Bank of Japan (BOJ) wird allgemein erwartet, dass sie ihren Leitzins in der kommenden Woche um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 % anhebt - ein Wert, der weiterhin deutlich unter der Inflationsrate von rund 3 % liegt. Sollte das Preiswachstum in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 an Tempo gewinnen, könnte die BOJ zu einer schnelleren Straffung gezwungen sein, so Chiguchi.
,,Sie werden hinterherlaufen müssen", sagte Chiguchi mit Blick auf die Notenbanker der BOJ. ,,Dieses Szenario, bei dem die Zentralbank hinter der Entwicklung zurückbleibt, ist das, was die Märkte am meisten fürchten."
Trotzdem bleibt der weltweit größte Vermögensverwalter für das kommende Jahr optimistisch für japanische Aktien, nachdem der Nikkei-Index im Jahr 2025 auf ein Allzeithoch gestiegen ist.
Die Euphorie rund um künstliche Intelligenz habe die Aktienmärkte weltweit angetrieben, und japanische Zulieferer der Branche könnten laut Chiguchi weiter von ,,massiven Investitionen" profitieren.
Auch der Finanzsektor des Landes wird als weitere Wachstumsstütze gesehen, selbst wenn mögliche bilanzielle Verluste bei Beständen japanischer Staatsanleihen (JGBs) berücksichtigt werden.
JGBs sind zuletzt stark gefallen, wobei die Rendite für zehnjährige Anleihen in der vergangenen Woche mit 1,97 % ein 18-Jahres-Hoch erreichte. Ursache dafür sind unter anderem fiskalische Bedenken im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket von Premierministerin Sanae Takaichi. Die Rendite könnte laut Chiguchi auf 2 % oder sogar 3 % steigen, ohne das Wachstum entscheidend zu bremsen.
,,Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft wären nicht übermäßig negativ, während das reflationäre Umfeld insgesamt die Unternehmensaktivität begünstigen würde", so Chiguchi.



















