(Alliance News) - Der Verkauf des zivilen Geschäftsbereichs von Iveco an den indischen Konzern Tata betrifft nicht nur industrielle Vermögenswerte, sondern auch die Kontrolle über die von rund 100.000 italienischen Lkw-Fahrern generierten Daten, wie die Tageszeitung Il Sole 24 Ore am Dienstag berichtet.

Das Ende Oktober verabschiedete Dekret zum Golden Power erweitert erstmals den Schutz der nationalen Souveränität auf die digitalen Datenströme vernetzter Fahrzeuge: prädiktive Diagnostik, Apps für das Flottenmanagement, KI-basierte Sprachassistenten, so die Zeitung weiter.

Diese Daten müssen innerhalb Italiens oder der EU verbleiben.

Wie Il Sole berichtet, ist die Angelegenheit strategisch relevant. Die für die zivile vernetzte Mobilität entwickelten Technologien besitzen einen Dual-Use-Charakter und sind auch für militärische und sicherheitsrelevante Bereiche nutzbar. Obwohl die Verteidigungssparte von Iveco ausgegliedert und an Leonardo übertragen wurde, hebt die Regierungsprüfung hervor, dass die digitale Architektur und der Zugang zu den APIs weiterhin einen kritischen Machtfaktor bei den Daten darstellen.

Die aktuellen europäischen Leitlinien zum Data Act stellen klar, dass Rohdaten geteilt werden dürfen, während von proprietären Algorithmen abgeleitete Daten beim Hersteller verbleiben - im Fall von Iveco also bei Tata.

Wie die Zeitung weiter erläutert, reicht in diesem Zusammenhang die bloße Lokalisierung der Daten nicht aus. Es bedarf einer kontinuierlichen technologischen Aufsicht über Plattformen, die nicht nur industrielle Werkzeuge, sondern Schlüssel-Infrastrukturen der europäischen digitalen Souveränität darstellen.

Von Claudia Cavaliere, Alliance News-Reporterin

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