Italien zieht eine Senkung der Verbrauchssteuern auf Kraftstoffe in Betracht. Hierfür sollen die höher als erwartet ausgefallenen Mehrwertsteuereinnahmen genutzt werden, die durch die steigenden Preise an den Zapfsäulen entstanden sind. Dies erklärte die Premierministerin, während Wirtschaftsverbände davor warnten, dass der Konflikt im Nahen Osten die Energiekosten massiv in die Höhe treiben könnte.

Die Verbrauchssteuern machen in Italien einen großen Teil des Tankstellenpreises aus und werden pro Liter erhoben, nicht als Prozentsatz des Gesamtpreises wie die Mehrwertsteuer.

* Giorgia Meloni sagte, die Regierung prüfe die mögliche Aktivierung sogenannter „mobiler Verbrauchssteuern“. Dieser Mechanismus erlaubt es dem Staat, zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen aus höheren Kraftstoffpreisen zu verwenden, um die Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel zu senken. * „Die Aktivierung wird seit mehreren Tagen vom Wirtschaftsministerium geprüft“, sagte Meloni in einer Videobotschaft am späten Samstag. * Der italienische Verband CGIA, der Handwerker sowie kleine und Kleinstunternehmen vertritt, schätzte, dass höhere Energierechnungen im Zusammenhang mit dem Konflikt die italienischen Unternehmen fast 10 Milliarden Euro (11,62 Milliarden Dollar) kosten könnten. * Die Verbraucherschutzgruppe Unione Nazionale Consumatori forderte eine sofortige Senkung der Kraftstoffsteuern um 10 %. * Die Kleinspediteursgruppe Ruote Libere warnte, dass ein Anstieg von 37 % pro Liter die Kosten für jeden Lkw um mehr als 11.000 Euro pro Jahr erhöhen könnte. * Der Bauernverband CIA erklaerte, dass ungerechtfertigte Kraftstoffpreiserhöhungen – bei Agrardiesel um 30-35 % – das Risiko bergen, dass Landwirte mit Verlust arbeiten, wenn sie keine nationale und EU-Unterstützung erhalten.

($1 = 0,8607 Euro)