Institutional Shareholder Services (ISS) hat am Freitag empfohlen, dass die Aktionäre den Plänen des Kleenex-Herstellers Kimberly-Clark zur Übernahme des Tylenol-Produzenten Kenvue zustimmen sollten. Ein Zusammenschluss könnte die finanziellen Kennzahlen verbessern.

"Insgesamt ist eine Unterstützung der Transaktion angebracht", schrieb ISS, dessen Empfehlungen oft das Abstimmungsverhalten großer Investoren bei kontroversen Themen wie Fusionen oder bei der Besetzung von Vorstandsposten beeinflussen. Die Aktionäre werden am 29. Januar abstimmen.

Kimberly-Clark hatte Anfang November vorgeschlagen, Kenvue für mehr als 40 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, um ein globales Unternehmen für Verbrauchergesundheit mit Marken wie Band-Aids und Huggies-Windeln zu schaffen.

Aktivistische Investoren, darunter Toms Capital und Third Point, hatten Kenvue dazu gedrängt, sich selbst zu verkaufen, während das Unternehmen weiterhin mit laufenden Haftungsklagen im Zusammenhang mit talkumhaltigem Babypuder konfrontiert war und das Weiße Haus davor warnte, dass der Wirkstoff in Tylenol Autismus verursachen könnte.

ISS räumte in seiner Mitteilung ein, dass eine entscheidende Frage für die Aktionäre die "anhaltend negative Marktreaktion" sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Rechtsstreitigkeiten rund um Kenvue-Produkte sein werden.

Der Aktienkurs von Kimberly-Clark ist seit Bekanntgabe des Deals um rund 17 % gefallen. Der Kurs von Kenvue ist seit dem Börsengang der ehemaligen Consumer-Healthcare-Sparte von Johnson & Johnson im Jahr 2023 um 35 % eingebrochen.

ISS betonte jedoch, dass ein Zusammenschluss von Kimberly-Clark und Kenvue positive Synergien und Vorteile für die strategischen Ziele des Unternehmens bringen würde. Außerdem sei es positiv zu bewerten, dass bislang kein Aktionär den geplanten Deal öffentlich kritisiert habe.