Der israelische Fondsmanager FINQ gab am Dienstag bekannt, dass er in den US-Markt für Exchange-Traded Funds (ETFs) mit zwei Fonds einsteigt, die ausschließlich von künstlicher Intelligenz verwaltet werden. Dies ist ein aufkommendes Teilsegment, in dem KI bisher nur als unterstützendes Werkzeug eingesetzt wurde.

Die Portfolioentscheidungen werden vollständig vom KI-Modell von FINQ ausgewählt und verwaltet, wobei der menschliche Beitrag sich nur auf Überwachung und Governance beschränkt, teilte das Unternehmen mit. Es fügte hinzu, dass seine US-Large-Cap-Aktien-ETFs AIUP und AINT die ersten derartigen Fonds seien, die von der Securities and Exchange Commission genehmigt wurden.

In der Investmentbranche wird KI hauptsächlich als unterstützendes Werkzeug eingesetzt, das Portfoliomanagern hilft, die letztendlichen Entscheidungen zu treffen.

Dies unterscheidet sich vom algorithmischen Handel, bei dem Menschen Modelle entwerfen, die auf bestimmte Signale reagieren und deren Ausführung automatisiert ist. In dieser neuen und noch entstehenden Kategorie von Fonds trifft ein KI-Modell die tatsächliche Auswahl, das Design und das Management des Portfolios.

„FINQ basiert auf einem reinen Datensystem, das Investitionsentscheidungen viel besser als Menschen trifft, da es in der Lage ist, riesige Datenmengen zu verarbeiten, ohne die Nachteile wie Angst, Gier, Handlungsdruck und andere menschliche Schwächen“, sagte Eldad Tamir, Gründer und CEO von FINQ.

„Die Zukunft des Investierens liegt in systematischer, datengesteuerter Entscheidungsfindung.“

Im Jahr 2023 kündigte Simplify Asset Management an, drei neue von der SEC genehmigte ETFs auf den Markt zu bringen, die hauptsächlich auf KI und nicht auf Menschen zur Auswahl von Portfoliobeständen setzen.

Allerdings warnt Bryan Armour, ETF-Analyst bei Morningstar, dass der Weg zur Anwendung von KI bei der Aktienauswahl bisher holprig verlief und mehrere Fonds, die dies versucht hatten, wieder geschlossen wurden.

„Einige hatten eine Umschlaghäufigkeit von 2.000%. Natürlich war KI damals vielleicht noch nicht so ‘intelligent', wie sie es jetzt zu werden scheint“, sagte Armour.

FINQ teilte mit, dass die ETFs von einem proprietären KI-Framework verwaltet werden, das kontinuierlich alle 500 Aktien im S&P 500 Index bewertet und als Grundlage für die Portfolioauswahl, Gewichtung und das Rebalancing dient.