Die Mittelzuflüsse in indische Aktienfonds fielen im Mai auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr. Die durch den Iran-Krieg ausgelöste Marktvolatilität schreckte Anleger ab, während Gold-ETFs Rekordabflüsse verzeichneten, nachdem Aufrufe zur Einschränkung von Edelmetallkäufen Gewinnmitnahmen auf Allzeithochs auslösten.

Die Zuflüsse in Aktienfonds brachen im Vergleich zum Vormonat um 40% auf 229,08 Milliarden Rupien (2,4 Milliarden Dollar) ein, wie Daten der Association of Mutual Funds in India (AMFI) am Mittwoch zeigten.

Die Zuflüsse in Small-Cap-, Mid-Cap- und Large-Cap-Fonds sanken um 28,2%, 33,2% bzw. 36,9%.

'Die geringeren Zuflüsse sind auf die extreme Volatilität an den Märkten zurückzuführen, da der Rohölpreis um die 100-Dollar-Marke schwankt, was bei den Anlegern kurzfristige Vorsicht hervorgerufen hat', sagte Venkat Chalasani, CEO der AMFI.

Indien, der weltweit drittgrößte Ölimporteur, ist in hohem Maße anfällig für Energiepreisschocks, welche die inländische Inflation anheizen und das Handelsbilanzdefizit ausweiten könnten.

GOLD-ETFS UNTER DRUCK

Börsengehandelte Goldfonds (ETFs) verzeichneten im Mai Rekordabflüsse in Höhe von 7,25 Milliarden Rupien.

Im Mai erhöhte Indien die Einfuhrzölle auf Gold und Silber von 6% auf 15%. Dies ist Teil der Bemühungen, die Käufe der Metalle im Ausland zu begrenzen und den Druck auf die Devisenreserven des Landes zu mildern.

Der indische Premierminister Narendra Modi forderte die Bevölkerung im vergangenen Monat auf, ein Jahr lang auf Goldkäufe zu verzichten, um die Devisenreserven zu schützen. Indien deckt fast seinen gesamten Goldverbrauch durch Importe.

Anleger haben wahrscheinlich eine 'pragmatische Sicht' auf Gold eingenommen und Gewinne auf Rekordniveau realisiert, angesichts der Aufforderung der Regierung, Goldkäufe zu vermeiden, sowie der Entscheidung einiger Vermögensverwalter, die Zuflüsse in ETFs zu stoppen, sagte Feroze Azeez, Joint CEO von Anand Rathi Wealth.

'Nach einer kräftigen Rallye erscheinen die künftigen Renditen möglicherweise nicht mehr so attraktiv wie im vergangenen Jahr', so Azeez.

STABILE SPARPLÄNE (SIPs)

Die Zuflüsse über systematische Investitionspläne (SIPs), der bevorzugte Weg für Privatanleger, erwiesen sich als widerstandsfähig und halfen, den Markt gegen Abflüsse aus dem Ausland abzufedern. Die SIP-Zuflüsse beliefen sich im Mai auf 3,25 Milliarden Dollar und blieben damit gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert.

Indiens Leitindex Nifty 50 verlor im Mai 1,9% und liegt im bisherigen Jahresverlauf mit 10,6% im Minus. (1 Dollar = 95,4500 Indische Rupien)