London/Düsseldorf, 05. Mrz (Reuters) - Für die Stahlsparte Thyssenkrupps könnte ein neuer Bieter auf den Plan treten.
Der auf Krisenunternehmen spezialisierte US-Investmentfonds Flacks Group hat Interesse an einer Übernahme des seit Jahren kriselnden Geschäfts bekundet. Man sei "bereit, ein Angebot abzugeben", sollten die aktuellen Bemühungen von Thyssenkrupp, die Stahlsparte zu veräußern, scheitern, sagte Flacks-Chef Michael Flacks am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Aktien von Thyssenkrupp drehten nach der Nachricht vorübergehend ins Plus. Sie notierten am Nachmittag 1,5 Prozent höher. "Die großen Fortschritte bei der Neuausrichtung des Stahls und sich verändernde Rahmenbedingungen eröffnen uns auch neue strategische Optionen", sagte eine Thyssenkrupp-Sprecher. Das Unternehmen werde "wieder attraktiv". "Bekanntermaßen hat Jindal Steel aus Indien Interesse an unserem Stahlgeschäft bekundet, und wir sind in einem konstruktiven Austausch", fügte er hinzu.
Jindal Steel hatte im vergangenen September ein unverbindliches Übernahmeangebot für die seit Jahren kriselnde Stahlsparte vorgelegt. Die Inder bemühten sich um die Zustimmung der mächtigen IG Metall und des Betriebsrats und bekannten sich zum Umbau zu einer grünen Produktion. Die Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über eine Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe seien intensiv, hatte Konzernchef Miguel Lopez zuletzt im Februar gesagt. In der Vergangenheit waren Versuche zu einem Verkauf des Stahlgeschäfts, ein Stahl-Joint-Venture oder ein Börsengang gescheitert.
Das Stahlgeschäft ist der frühere Kern des Ruhrkonzerns. Klar ist bereits, dass in den kommenden Jahren bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen der Sparte gestrichen oder ausgelagert werden.
Der als rabiater Sanierer geltende Flacks ist in der Stahlbranche kein Unbekannter. Er hatte im vergangenen Jahr bereits Interesse an einem Einstieg bei Europas einst größten Stahlwerk im süditalienischen Taranto bekundet.
(Bericht von Andres Gonzalez und Christoph Steitz, geschrieben von Ralf Banser und Matthias Inverardi, redigiert von Sabine Ehrhardt - Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


















