Die Programme QuickBooks und TurboTax dominieren weiterhin ihre jeweiligen Märkte. Und dennoch gelingt es dem Konzern aus Mountain View, den Umsatz im Jahresvergleich um 18 %, den operativen Gewinn um 32 % und den Gewinn je Aktie um 34 % zu steigern.

Vor fünfzehn Jahren erzielte Intuit noch einen Umsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar – bei einstelligem Wachstum. Seither hat sich das Unternehmen verfünffacht, ohne dabei an Dynamik zu verlieren: Das Wachstumstempo liegt mittlerweile fest im zweistelligen Bereich.

Die vergangenen zehn Jahre waren überaus erfolgreich: Sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn haben sich vervierfacht, der Aktienkurs stieg sogar auf das Siebenfache. Aktuell notiert die Aktie auf dem Niveau ihrer historischen Bewertungsdurchschnitte.

Ähnlich wie beim britischen Wettbewerber Sage – über den wir heute morgen berichteten – haben die Übernahmen von Mailchimp und Credit Karma das Wachstum deutlich beschleunigt. Zwar waren diese Zukäufe teuer, doch wurden sie während der Pandemie getätigt – also zu einem Zeitpunkt, als die Bewertungsmultiplikatoren stark gesunken waren. Zudem war die Finanzierung klug strukturiert: Ein Großteil erfolgte in Aktien statt in bar.

Damals begegneten Analysten diesen Übernahmen mit Skepsis. Mancher hielt sie für überteuerte Diversifikationsversuche, um das Angebot jenseits der bereits damals marktbeherrschenden Segmente QuickBooks und TurboTax zu erweitern – Segmente, denen man ein baldiges Ausschöpfen des Wachstumspotenzials unterstellte.

Ein Fehlschluss: Beide Geschäftsbereiche expandieren weiter kräftig. Zumal die weitgehend gebundene Kundschaft langfristig in der Lage sein dürfte, Preiserhöhungen zu absorbieren. Dass Intuit sich nun breiter aufstellt und in neuen vertikalen Märkten aktiv wird, ist nur folgerichtig – insbesondere mit Blick auf das Ziel, Privatkunden sowie kleinen und mittleren Unternehmen eine noch umfassendere, integrierte Lösung anzubieten.

Wie in der US-Technologiebranche üblich, drücken aktienbasierte Vergütungen – bei Intuit über ein Zehntel des Umsatzes – auf die Margen. Ohne diesen Faktor würde die Profitabilität des Unternehmens in Sphären vordringen, die man sonst bei Microsoft sieht. Doch angesichts der bisherigen Wertentwicklung ihrer Beteiligung haben die Altaktionäre derzeit kaum Anlass zur Klage.