Intuit entlässt rund 17% seiner Belegschaft, was weltweit etwa 3.000 Mitarbeitern entspricht, um die Abläufe zu optimieren und den Fokus auf strategische Kernbereiche wie die KI-Entwicklung zu schärfen. Dies geht aus einem internen Memo hervor, das Reuters am Mittwoch vorlag.

CEO Sasan Goodarzi verschickte am Vormittag eine E-Mail an die Belegschaft, in der er laut dem Memo und einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle betonte, dass die Reduzierung von Komplexität und die Vereinfachung der Strukturen die Bereitstellung besserer Produkte fördern würden.

Intuit, dessen Ergebnisse für das dritte Quartal noch am Mittwoch erwartet werden, reagierte nicht unmittelbar auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Die Aktie verzeichnete im Vormittagshandel ein Minus von fast 5%.

Das Unternehmen reiht sich damit in eine wachsende Liste von Konzernen ein, die in diesem Jahr Stellenkürzungen angekündigt haben. Einige, darunter Jack Dorseys Block, Amazon und Pinterest, begründeten die Entlassungen mit Effizienzsteigerungen durch den Einsatz von KI.

Goodarzi erklärte in seiner E-Mail, dass die Entlassungen Intuit dabei helfen würden, die Konzentration auf die großen strategischen Ziele des Unternehmens zu verstärken, einschließlich der Bemühungen, KI-Technologie in sämtliche Dienstleistungen zu integrieren.

Das Unternehmen hat mehrjährige Verträge mit den KI-Startups Anthropic und OpenAI unterzeichnet, um deren KI-Modelle in seine Software zu integrieren und die personalisierten Steuer-, Finanz-, Buchhaltungs- und Marketingfunktionen von Intuit in Claude und ChatGPT einzubinden.

Für die betroffenen Mitarbeiter in den USA wird der 31. Juli der letzte Arbeitstag sein. Sie erhalten im Rahmen des Abfindungspakets 16 Wochen Grundgehalt sowie zwei zusätzliche Wochen für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit, wie aus dem Memo vom Mittwoch hervorgeht.

Zudem schließt das Unternehmen im Zuge einer strategischen Umstrukturierung seine Standorte in Reno und Woodland Hills, um die Teams an zentralen Knotenpunkten zu bündeln.

Laut dem Jahresbericht des Unternehmens beschäftigte Intuit zum 31. Juli 2025 rund 18.200 Mitarbeiter in sieben Ländern.

Die Sorge der Angestellten im Silicon Valley vor Verdrängung durch KI ist in den letzten Monaten gewachsen, nachdem laut Layoffs.fyi, einer Website zur Verfolgung branchenweiter Stellenkürzungen, in diesem Jahr bereits über 140 Tech-Unternehmen mehr als 111.000 Mitarbeiter entlassen haben. Im Jahr 2025 lag diese Zahl bei etwa 124.636.

Auf dem Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums im Januar erklärten zwei Führungskräfte gegenüber Reuters, dass KI von Unternehmen, die ohnehin Entlassungen planten, häufig als Vorwand genutzt werde.