Zugegeben: Die Phalanx neuer Aktionäre ist durchaus geeignet, Vertrauen zu schaffen. Die US-Regierung hat sich 10 % des Kapitals gesichert und ist damit größter Anteilseigner des Konzerns geworden. Zu einem Preis von rund 20,5 Dollar je Aktie bewertet diese Transaktion Intel mit 90 Milliarden Dollar.

Unmittelbar danach folgte SoftBank mit einer Investition – gemessen an den sonst oft maßlosen Ambitionen seines schillernden Präsidenten Masayoshi Son – eher bescheidenen 2 Milliarden Dollar. Zum Preis von 23 Dollar je Aktie lag die Marktkapitalisierung von Intel damit bereits eine Stufe höher, bei rund 100 Milliarden Dollar.

Einen weiteren Monat später stieg schließlich Nvidia ein, mit einer Investition von 5 Milliarden Dollar zu einem durchschnittlichen Kurs von 23,5 Dollar. Diese Transaktion ist in jeder Hinsicht strategisch für den Chipentwickler, dessen Abhängigkeit vom taiwanischen Auftragsfertiger TSMC nach wie vor kritisch ist. Sie verschafft Nvidia rund 4 % des Intel-Kapitals und impliziert eine Bewertung von etwa 125 Milliarden Dollar.

Ein gelungener PR-Coup also für den nicht minder exzentrischen amerikanischen Präsidenten, der sich rühmen kann, innerhalb weniger Wochen rund 25 Milliarden Dollar an Wertschöpfung angestoßen zu haben – und binnen weniger Monate sogar fast 160 Milliarden Dollar. Denn bei einer aktuellen Börsenkapitalisierung von 260 Milliarden Dollar wird Intel inzwischen auf diesem Niveau bewertet.

So willkommen diese Deals unter Magnaten auch sind: Bislang gehen sie nur mit einer zaghaften Verbesserung der Fundamentaldaten einher. Der Umsatz stagniert, und das operative Ergebnis bleibt negativ – auch wenn sich der Verlust im Vergleich zum echten annus horribilis des Vorjahres deutlich verringert hat.

Vor allem aber war Intel gezwungen, seine Investitionstätigkeit drastisch zurückzufahren: 2025 flossen lediglich 15 Milliarden Dollar in den Ausbau der industriellen Kapazitäten. TSMC hingegen, das weiter Rückenwind verspürt und gerade ein weiteres Rekordjahr abgeliefert hat, investierte im selben Zeitraum 42 Milliarden Dollar und plant für das kommende Jahr Ausgaben zwischen 52 und 56 Milliarden Dollar.

Mit anderen Worten: Der eine fliegt im Tiefflug, während der andere in der Stratosphäre unterwegs ist. Diese enorme Effizienzlücke zeigt sich auch bei den F&E-Budgets: Intel, seit Langem und auf breiter Front an Dynamik verlierend, trägt Forschungsausgaben, die zwei- bis dreimal so hoch sind wie jene von TSMC.