Intel und Google haben ihre Zusammenarbeit intensiviert, um den Einsatz von auf künstliche Intelligenz spezialisierten Zentraleinheiten (CPUs) voranzutreiben und maßgeschneiderte Infrastrukturprozessoren zu entwickeln. Hintergrund ist die sich wandelnde KI-Nutzung, die eine neue Nachfrage nach traditionellen Rechenchips generiert.

Unternehmen gehen zunehmend dazu über, KI nicht mehr nur für das Training von Modellen, sondern für deren operativen Einsatz (Deployment) zu nutzen. Dies erhöht den Bedarf an vielseitigen CPU-Chips, die für die Bewältigung hoher Arbeitslasten ausgelegt sind.

Im Rahmen der am Donnerstag bekannt gegebenen Vereinbarung wird die Alphabet-Tochter Google weiterhin Xeon-Prozessoren von Intel einsetzen, die ein breites Spektrum an Workloads wie Inferenz und allgemeine Rechenaufgaben unterstützen. Zudem wird das Unternehmen die neuesten Xeon-6-Chips von Intel implementieren.

Darüber hinaus werden Intel und Google die gemeinsame Entwicklung von kundenspezifischen Infrastruktur-Prozessoreinheiten (IPUs) ausweiten. Diese können Aufgaben übernehmen, die traditionell von der CPU verwaltet werden, was eine effizientere Rechenleistung ermöglicht.

"Die Skalierung von KI erfordert mehr als nur Beschleuniger - sie erfordert ausgewogene Systeme. CPUs und IPUs sind von zentraler Bedeutung, um die Leistung, Effizienz und Flexibilität zu liefern, die moderne KI-Workloads verlangen", erklärte Intel-CEO Lip-Bu Tan.

Die sprunghaft ansteigende Nachfrage nach "Agentic AI"-Systemen - die komplexe, mehrstufige Operationen jenseits einfacher Chatbot-Funktionen ausführen - hat den Bedarf an deutlich höherer CPU-Rechenleistung massiv gesteigert.

Der Nachfrageschub bei CPUs könnte Intel dabei helfen, die Bilanz zu stärken und neue Kunden zu gewinnen, nachdem der Chiphersteller in den Anfangsjahren des KI-Booms Marktanteile an Konkurrenten verloren hatte.

Das Unternehmen gab am Dienstag zudem bekannt, dass es sich an Elon Musks "Terafab"-KI-Chip-Projekt mit SpaceX und Tesla beteiligen wird, um die Ambitionen des Milliardärs in den Bereichen Robotik und Rechenzentren zu unterstützen.

Intel plant außerdem, wieder die vollständige Kontrolle über seine Produktionsstätte in Irland zu übernehmen, in der Xeon-Serverprozessoren gefertigt werden. Hierzu soll der Anteil zurückgekauft werden, der zuvor an Apollo Global Management veräußert worden war.