Calgary/Chicago, 15. Apr (Reuters) - Europäische Energiekonzerne wie Uniper erwägen Insidern zufolge den Kauf von Flüssigerdgas (LNG) von der kanadischen Westküste, um ihre Lieferketten breiter aufzustellen. Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges und der Sperrung der Straße von Hormus liefen Gespräche mit dem geplanten Exportterminal Ksi Lisims LNG, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Transport durch den Panamakanal nach Europa wäre zwar mit höheren Kosten und längeren Fahrzeiten verbunden. Die Käufer seien jedoch bereit, dies für eine sichere Versorgung aus einem demokratischen Land in Kauf zu nehmen. Uniper lehnte eine Stellungnahme ab.

Im vergangenen Jahr stammten 96 Prozent der deutschen LNG-Importe aus den USA. Das kanadische Projekt bietet nun eine Möglichkeit zur Diversifizierung, auch wenn es keine kurzfristige Lösung für den europäischen Energiebedarf darstellt. Bis zur Fertigstellung des Terminals dürften noch Jahre vergehen. Der kanadische Premierminister Mark Carney hat das Vorhaben jedoch zur beschleunigten Genehmigung angemeldet. Die Energiekonzerne Shell und TotalEnergies haben bereits 20-jährige Abnahmeverträge mit Ksi Lisims unterzeichnet. Der Iran-Krieg mache den Bau der Anlage immer wahrscheinlicher, erklärte Jamie Heard vom beteiligten Erdgasproduzenten Tourmaline Oil. Zudem seien die niedrigen Gaspreise im Westen Kanadas ein starkes wirtschaftliches Argument für das Projekt.

(Bericht von Amanda StephensonBearbeitet von Scot W. StevensonRedigiert von Hans BusemannBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)