Kryptowährungsbefürworter, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) zur Aufnahme von Bitcoin in ihre Reserven verpflichten wollten, stehen vor dem Abbruch ihrer Kampagne. Es gelang ihnen nicht, die für ein Referendum erforderliche Anzahl an Unterschriften zu sammeln.

Die Behörden hatten den Initianten 18 Monate Zeit eingeräumt, um für eine Verfassungsänderung zu werben, die die Zentralbank dazu verpflichtet hätte, Bitcoin neben Gold und Fremdwährungsreserven zu halten.

Wenige Wochen vor Ablauf der Frist gab die 'Bitcoin-Initiative' bekannt, dass sie lediglich etwa die Hälfte der nach Schweizer Recht erforderlichen 100.000 Unterschriften zusammengetragen hat.

'Wir wussten von Anfang an, dass es ein schwieriges Unterfangen sein würde', erkärte Kampagnengründer Yves Bennaim gegenüber Reuters.

'Vorerst werden wir die Initiative auslaufen lassen', sagte er und fügte hinzu, dass die Kampagne dennoch Fortschritte erzielt habe, um das Ziel eines Tages zu erreichen.

Zentralbanken haben die Aufnahme von Kryptowährungen in ihre Reserven zwar geprüft, die SNB hat die Idee jedoch mit Verweis auf die zu hohe Volatilität und die mangelnde Liquidität des Marktes abgelehnt.

'Kryptowährungen erfüllen nicht die Anforderungen der SNB an Währungsreserven', so die SNB. Sie verwies auf ihre Richtlinien, wonach die Bilanz je nach Bedarf ausgeweitet oder verkürzt werden können muss, während die Reserven ihren Wert bewahren sollten.

Die SNB lehnte einen Kommentar zum Scheitern der Bitcoin-Initiative ab. Die Tschechische Nationalbank hatte im vergangenen Jahr Kryptowährungen und andere Blockchain-basierte digitale Vermögenswerte im Wert von 1 Million Dollar erworben, um Erfahrungen mit digitalen Märkten zu sammeln.

Andere Institutionen, wie die Europäische Zentralbank, zeigen sich skeptischer und betonen, dass Reserven 'liquide, sicher und verlässlich' sein müssten.

'ALTERNATIVE ZUM DOLLAR ODER EURO'

Ein jüngster Kursrückgang bei Bitcoin hat die Anfälligkeit digitaler Vermögenswerte unterstrichen, da Anleger angesichts der Ungewissheit über die Politik der US-Notenbank Federal Reserve vorsichtiger agieren.

Bennaim entgegnete, dass Bitcoin - der im Jahr 2026 bisher 7,5 % an Wert verloren hat, nach einem Minus von 6,4 % im Vorjahr - nicht illiquide sei, und verwies auf tägliche Transaktionsvolumina in zweistelliger Milliardenhöhe.

Die Initiative sei ein Versuch gewesen, die SNB zur Auseinandersetzung mit einer Technologie zu bewegen, die das globale Finanzwesen verändere, sagte er.

Befürworter argumentieren, dass Bitcoin dazu beitragen würde, Risiken abseits von auf Dollar und Euro lautenden Vermögenswerten zu diversifizieren, die drei Viertel der Fremdwährungsreserven der SNB ausmachen.

'Bitcoin ist eine Alternative zum Dollar oder Euro und ist international neutral, genau wie die Schweiz', so Bennaim. (Berichterstattung durch John Revill; Redaktion durch Dave Graham und Alexander Smith)