Infineon weiterhin im Sinkflug, UBS sieht neue Risiken auftauchen
Infineon gehörte bereits am Freitag mit -6,8 % zu den größten Verlierern im europäischen Leitindex STOXX Europe 600, nachdem UBS die Aktie herabgestuft hat. Die Bank begründet diesen Schritt mit neuen Risiken, die sich aus ihrer Sicht für den deutschen Halbleiterhersteller abzeichnen. Das Papier verliert aktuell weitere 3,36 %.
In einer am Freitag veröffentlichten Studie teilte UBS mit, dass die Empfehlung für die Aktie von „Kaufen“ auf „Neutral“ gesenkt wurde. Gleichzeitig reduzierte die Bank das Kursziel von 47 auf 45 Euro.
Bedenken hinsichtlich KI und China
Das Analysehaus hält die vom Chipentwickler formulierten Ziele im Bereich Künstliche Intelligenz – 1,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2026 und 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2027 – für besonders ambitioniert. Diese Ziele würden entweder einen Ausbau der Kapazitäten erfordern, der deutlich über dem erwarteten Marktwachstum liegt, oder einen Marktanteil von deutlich über 50 %. Beides erscheint den Analysten in einem derart wettbewerbsintensiven Umfeld schwer erreichbar.
Zudem befürchtet UBS ein mögliches Überlagern der Lagerbestände bei Kunden, da anhaltende Lieferengpässe zu Vorsichtskäufen geführt haben könnten. Insgesamt sei die Visibilität bis 2027 begrenzt, sodass das Potenzial für positive Überraschungen aus Sicht der Analysten gering ausfällt.
Parallel dazu warnt die Bank vor einer möglichen Abschwächung der Nachfrage in China. Diese könnte das Risiko einer Lagerkorrektur in der Region erhöhen – umso mehr, als Infineon derzeit Marktanteile an lokale Wettbewerber verliert, was zusätzlichen Druck auf die Nachfrage ausüben könnte.
Schließlich weist UBS darauf hin, dass die massiven Investitionen in KI die strukturellen Margenverbesserungen von Infineon verzögern dürften. Zwar dürften Mikrocontroller und Ethernet-Lösungen langfristig unterstützen, doch die Einführung von KI-Anwendungen gehe zunächst mit hohen Kosten und Margendruck einher.
Breitere Branchenkorrektur
Der Kursrückgang von Infineon am Freitag fügt sich in eine allgemein schwache Entwicklung europäischer Halbleiterwerte ein. BE Semiconductor Industries brach um 17 % ein, nachdem Gerüchte über eine mögliche Lockerung der Normen zur Bestimmung der Dicke von Speicherchips der nächsten Generation aufgekommen sind. Dies könnte die Migration zu hybriden Technologien bremsen, auf die sich das belgische Unternehmen spezialisiert hat. ASM International verlor 5,5 %, während ASML rund 3,29 % nachgab. Die Zeichen stehen bei allen Titeln weiterhin auf "rot".
Infineon Technologies AG gehört zu den weltgrößten Herstellern von Halbleitern. Die Produktpalette des Konzerns umfasst Leistungshalbleiter, Sensoren, Mikrocontroller, digitale integrierte Schaltungen für Mischsignale und analoge Signale, gesonderte Halbleiter-Module, Schalter, integrierte Schnittstellen-Schaltungen, integrierte Schaltungen zur Motorsteuerung, RF-Leistungstransistoren, Spannungsregler sowie elektronische Sicherheitskomponenten. Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsbereiche:
- automobilindustrie (50,5%): Halbleiterprodukte für die Automobilindustrie und Speicherprodukte für spezifische Anwendungen in den Bereichen Automobilindustrie, Industrie, Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik;
- strom und sensorsysteme (28,7%): Halbleiter für energieeffiziente Stromversorgungen, mobile Geräte, Mobilfunknetzinfrastrukturen, Mensch-Maschine-Interaktion sowie Anwendungen mit besonderen Anforderungen an ihre Robustheit und Zuverlässigkeit;
- industrielle Leistungsregelung (11,1%): Halbleiterprodukte zur Umwandlung elektrischer Energie für kleine, mittlere und hohe Leistungsanwendungen, die bei der Herstellung, der verlustarmen Übertragung, der Speicherung und der effizienten Nutzung elektrischer Energie verwendet werden;
- vernetzte sichere Systeme (9,7%): Halbleiter für vernetzte Geräte, kartenbasierte Anwendungen und Regierungsdokumente; Mikrocontroller für Industrie-, Unterhaltungs- und Haushaltsanwendungen, Komponenten für Konnektivitätssysteme, verschiedene Kundenunterstützungssysteme.
Die geografische Aufteilung des Umsatzes ist wie folgt: Deutschland (9,8 %), Europa / Naher Osten / Afrika (14 %), China / Hongkong / Taiwan (38,1 %), Japan (9 %), Asien / Pazifik (16,7%), USA (10,3 %) und Amerika (2,1 %).
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.