Der Umsatz kehrt auf das Niveau von 2022 zurück, während die operative Marge – wie weithin erwartet – rückläufig ist und sich wieder ihrem historischen Durchschnitt annähert.

Angesichts der Rahmenbedingungen hätte es für das ehemalige Siemens-Tochterunternehmen durchaus schlimmer kommen können: Rund die Hälfte des Umsatzes stammt aus dem weiterhin angeschlagenen Automobilsegment – einem Bereich, in dem Infineon mit seinem Produktportfolio eine weltweit führende Stellung einnimmt. Zusätzlich entfallen mehr als ein Viertel der Erlöse auf den chinesischen Markt.

Trotz des durchwachsenen Umfelds bleibt das Management ambitioniert: Für den neuen Zyklus peilt Infineon ein jährliches Umsatzwachstum von 10 % sowie eine operative Marge von 25 % an. Das ist ein lobenswerter Anspruch, allerdings mit Vorsicht zu genießen – denn in den vergangenen zehn Jahren wurde ein solches Rentabilitätsniveau nur ein einziges Mal erreicht, nämlich im Jahr 2023. Beim Umsatz war das avisierte Wachstumstempo zwar phasenweise realistisch, blieb aber ebenfalls nicht durchgehend konstant.

Das Geschäftsjahr 2025 war auch durch eine Rückkehr zur Normalität beim Investitionsvolumen geprägt, nachdem in den beiden Vorjahren außergewöhnlich hohe Investitionen getätigt wurden. Der freie Cashflow vor Akquisitionen belief sich auf 1,1 Milliarden Euro – exakt dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre entsprechend. In diesem Zeitraum hat Infineon in Summe 5,5 Milliarden Euro an freiem Cashflow erwirtschaftet.

Davon wurden 2 Milliarden Euro als Dividenden ausgeschüttet. Der verbleibende Betrag diente größtenteils dem Schuldenabbau – auch wenn sich die Nettoverschuldung insgesamt erhöhte, da gleichzeitig eine aktive Akquisitionsstrategie verfolgt wurde. Prominentestes Beispiel: die Übernahme der Automobil-Ethernet-Sparte von Marvell Technology für 2,5 Milliarden Dollar.

Die Nettoverschuldung entspricht aktuell dem Zweifachen des EBITDA und dem Vierfachen des freien Cashflows. Letzterer soll laut Prognose im Geschäftsjahr 2026 auf dem Niveau von 2025 verharren – ein Hinweis darauf, dass sich die Wirkung der jüngsten Akquisition auf die Wertschöpfung erst noch zeigen muss.

Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt derzeit bei 47 Milliarden Euro. An der Börse wird Infineon aktuell mit Bewertungsmultiplikatoren gehandelt, die über den historischen Durchschnitten des Unternehmens liegen.