Frankfurt, 06. Mai (Reuters) - Nach einem Umsatz- und Gewinnplus blickt Infineon dank des Booms bei Rechenzentren und einer höheren Nachfrage aus der Autobranche zuversichtlicher auf die kommenden Monate. "Wir bereiten uns auf einen breiten Aufschwung vor", sagte Jochen Hanebeck, der Chef des Chipkonzerns, in einer Telefonkonferenz am Mittwoch. Der Auftragseingang sei in den vergangenen Monaten um ein Viertel gestiegen und habe Ende März ein Volumen von 25 Milliarden Euro erreicht. Bei einigen Halbleitern sei die Produktion bis ins kommende Geschäftsjahr hinein ausgebucht. Er hebe daher die Ziele für 2025/2026 an. Infineon-Aktien stiegen zur Eröffnung um mehr als zwei Prozent.
Hanebeck peilt für das aktuelle Geschäftsjahr nun einen deutlich statt moderat wachsenden Umsatz an. Dies entspreche einem Plus von ungefähr zehn Prozent. Die Segmentergebnis-Marge werde voraussichtlich bei etwa 20 Prozent statt im hohen Zehner-Prozentbereich liegen. "Der KI-Boom weitet sich aus und unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sind äußerst gefragt", fügte der Manager hinzu. "Der Ausbau der Energieinfrastruktur gewinnt an Fahrt und ist ein zunehmender Wachstumstreiber für unser Industriegeschäft."
AUTO-NACHFRAGE ZIEHT AN - KEINE ANHEBUNG DER KI-PROGNOSEN
Die Nachfrage aus der Automobilindustrie ziehe ebenfalls an, sagte Hanebeck weiter. "Kunden beginnen, ihre niedrigen Lagerbestände wieder aufzufüllen." Der französisch-italienische Wettbewerber STMicro hatte sich vergangene Woche ähnlich geäußert. Im vergangenen Jahr hatten sich Fahrzeug-Hersteller mit Bestellungen zurückgehalten und stattdessen auf ihre Reserven zurückgegriffen. Diese schrumpften dadurch auf ein unterdurchschnittliches Niveau. Ein Wermutstropfen sei der weiterhin schwächelnde Absatz von Chips für Elektroautos, betonte Hanebeck.
Die Prognosen für das wachstumsstarke Geschäft mit Leistungshalbleitern für Rechenzentren veränderte Infineon nicht. Der Münchner Konzern erwartet für 2025/2026 eine Verdoppelung des Umsatzes auf 1,5 Milliarden Euro. Im darauffolgenden Geschäftsjahr würden sich die Einnahmen voraussichtlich auf 2,5 Milliarden Euro erhöhen.
(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Zurzeit ist Jochen Hanebeck Chief Operating Officer der Infineon Technologies AG und Chief Operations Officer der Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. KG (eine Tochtergesellschaft der Infineon Technologies AG). Er ist außerdem Mitglied des Vorstands von Infineon Technologies (Kulim) Sdn. Bhd. und Infineon Technologies Austria AG.
Zuvor war er Head-DRAM Technology Development im Siemens Microelectronics Center und President-Automotive Division bei der Infineon Technologies AG.
Jochen Hanebeck erhielt einen Bachelor-Abschluss von der RWTH Aachen.
Infineon Technologies AG gehört zu den weltgrößten Herstellern von Halbleitern. Die Produktpalette des Konzerns umfasst Leistungshalbleiter, Sensoren, Mikrocontroller, digitale integrierte Schaltungen für Mischsignale und analoge Signale, gesonderte Halbleiter-Module, Schalter, integrierte Schnittstellen-Schaltungen, integrierte Schaltungen zur Motorsteuerung, RF-Leistungstransistoren, Spannungsregler sowie elektronische Sicherheitskomponenten. Der Umsatz verteilt sich auf die Geschäftsbereiche:
- automobilindustrie (50,5%): Halbleiterprodukte für die Automobilindustrie und Speicherprodukte für spezifische Anwendungen in den Bereichen Automobilindustrie, Industrie, Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik;
- strom und sensorsysteme (28,7%): Halbleiter für energieeffiziente Stromversorgungen, mobile Geräte, Mobilfunknetzinfrastrukturen, Mensch-Maschine-Interaktion sowie Anwendungen mit besonderen Anforderungen an ihre Robustheit und Zuverlässigkeit;
- industrielle Leistungsregelung (11,1%): Halbleiterprodukte zur Umwandlung elektrischer Energie für kleine, mittlere und hohe Leistungsanwendungen, die bei der Herstellung, der verlustarmen Übertragung, der Speicherung und der effizienten Nutzung elektrischer Energie verwendet werden;
- vernetzte sichere Systeme (9,7%): Halbleiter für vernetzte Geräte, kartenbasierte Anwendungen und Regierungsdokumente; Mikrocontroller für Industrie-, Unterhaltungs- und Haushaltsanwendungen, Komponenten für Konnektivitätssysteme, verschiedene Kundenunterstützungssysteme.
Die geografische Aufteilung des Umsatzes ist wie folgt: Deutschland (9,8 %), Europa / Naher Osten / Afrika (14 %), China / Hongkong / Taiwan (38,1 %), Japan (9 %), Asien / Pazifik (16,7%), USA (10,3 %) und Amerika (2,1 %).
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Qualität der Veröffentlichungen
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ESG MSCI
ESG MSCI
Der MSCI-ESG-Score bewertet die Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung eines Unternehmens nach der Methodik von MSCI. Er ordnet das Unternehmen im Vergleich zu seinen Branchenkollegen auf einer Skala von CCC (sehr schwach) bis AAA (ausgezeichnet) ein. Dieser Score wird von Anlegern genutzt, um nicht-finanzielle Kriterien in ihre Entscheidungen einzubeziehen.