Der indonesische Präsident Prabowo Subianto erklärte am Mittwoch, dass seine Regierung den Export von Palmöl, Kohle und Ferrolegierungen künftig über eine staatliche Agentur abwickeln wird. Damit strebt das Land eine strengere Kontrolle über seine natürlichen Ressourcen sowie eine Steigerung der Staatseinnahmen an.

Hier sind die wichtigsten Fakten:

o Die neue Richtlinie tritt nach einer Übergangsfrist in Kraft, die zunächst auf drei Monate festgelegt wurde, jedoch bis zum Jahresende verlängert werden kann.

o Während der Übergangsphase wird das Geschäft zwischen Exporteuren und Käufern wie gewohnt fortgeführt, wobei sämtliche Transaktionen von der staatlichen Gesellschaft PT Danantara Sumber Daya überwacht werden, einer Einheit des Staatsfonds Danantara Indonesia.

o Zum Vorstandsvorsitzenden von Danantara Sumber Daya wurde Luke Thomas Mahony ernannt, ein ehemaliger Direktor des Nickelproduzenten Vale Indonesia, wie der Jakarta Globe berichtete.

o Nach Ablauf der Übergangsfrist wird Danantara Sumber Daya die Erzeugnisse von inländischen Verkäufern erwerben und diese anschließend an ausländische Abnehmer veräußern. Der Preis orientiert sich dabei an den an den Börsen festgesetzten Referenzpreisen.

o Die neue Verordnung wird stufenweise umgesetzt. In der ersten Phase umfasst sie Exporte von Palmöl, Kohle und Ferrolegierungen. Alle drei Monate erfolgt eine Überprüfung, um weitere Rohstoffe in den Katalog aufzunehmen.

o Bisher exportierten indonesische Unternehmen Kohle und Palmöl direkt an ausländische Abnehmer. Die Regierung kontrollierte jedoch bereits die Produktionsmengen sowie die anzuwendenden Referenzpreise.

o Das erklärte Ziel der Politik ist es, die Transparenz zu erhöhen, Praktiken der Unterfakturierung zu unterbinden, die Staatseinnahmen zu optimieren sowie zur Stabilisierung der Rupiah und zum Ausbau der Devisenreserven beizutragen.

o Indonesien ist der weltweit größte Exporteur von Kraftwerkskohle und Palmöl. Das südostasiatische Land ist der mit Abstand wichtigste Lieferant von Kraftwerkskohle für viele der weltweit größten Kohleimporteure, darunter China, Indien, Vietnam und die Philippinen.

o Zudem hat Indonesien eine neue Verordnung über Exporterlöse erlassen, die Exporteure natürlicher Ressourcen dazu verpflichtet, 100% ihrer Erlöse bei staatlichen Banken zu hinterlegen. Diese Regelung tritt am 1. Juni in Kraft.