Ein dynamischer Jahresstart – und ein mögliches Comeback
Zu Jahresbeginn sah es ganz danach aus, als würde Europa davoneilen. Eine historische Outperformance zeichnete sich ab, getragen von der deutschen Konjunkturbelebung und dem Höhenflug europäischer Rüstungswerte. Doch diese Dynamik kehrte sich schnell um. Die US-Börsen, dominiert von einem einseitigen, KI-getriebenen Markt, übernahmen wieder das Zepter.
Und doch: Mit nur noch sechs Wochen bis zum Jahresende liegen beide Märkte beinahe gleichauf. Der Stoxx 600 verzeichnet seit dem 1. Januar einen Anstieg von 15 %, der S&P 500 liegt mit +16,4 % nur knapp vorn.

Europa im Vorteil?
Ein europäischer Vorsprung bis zum Jahresende ist laut JPMorgan durchaus realistisch. In einer Analyse vom 7. November schreibt Mislav Matejka, Leiter der europäischen und globalen Aktienstrategie bei JPMorgan:
„Wir glauben, dass sich das Risiko-Rendite-Profil der Eurozone verbessert. Die Markt-Konsolidierung der vergangenen sieben bis acht Monate war konstruktiv, und wir erwarten, dass Europa seine Pendants bis Jahresende und darüber hinaus übertreffen wird.“
Katalysatoren für Europas Revanche
Die Strategen der US-Großbank nennen drei Hauptargumente:
Stärkeres Gewinnwachstum 2026:
Für das kommende Jahr wird ein Gewinnanstieg von 15 % erwartet. Nach dem Rückgang der EPS (Gewinn je Aktie) in diesem Jahr profitieren europäische Unternehmen von einem positiven Basiseffekt. Unterstützt wird dies durch makroökonomische Impulse, wie das deutsche Konjunkturprogramm und eine Stabilisierung in China.Comeback der „GRANOLAS“:
Gemeint ist ein Korb von elf europäischen Schwergewichten: GSK, Roche, ASML, Novo Nordisk, Nestlé, Novartis, L’Oréal, LVMH, AstraZeneca, SAP und Sanofi. Seit Anfang 2024 haben diese Werte den breiten Markt um 25 % underperformt – trotz solider Geschäftszahlen. Eine Rückkehr ins Rampenlicht dieser defensiv geprägten Titel könnte dem Gesamtmarkt zusätzlichen Schwung verleihen.Beruhigung der französischen Märkte:
Französische Aktien hinken seit Jahresbeginn um 15 % hinter dem restlichen Markt her – ausgelöst durch politische Unsicherheiten. Eine Stabilisierung könnte weiteren Auftrieb geben.




















