Eine Richtung, die dem Aktienmarkt gefällt – die Wahl Takaichis wurde am Montag mit einem Anstieg des Nikkei um fast 5 % gefeiert. Damit verzeichnet der Index seit Jahresbeginn ein Plus von 20 % und erreicht mit knapp 48 000 Punkten ein neues Allzeithoch.
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Quelle: MarketScreener
Kontinuität mit dem Erbe Abes
Dass die Märkte auf diese Ernennung positiv reagieren, liegt vor allem daran, dass Sanae Takaichi den wirtschaftspolitischen Kurs von Shinzo Abe fortsetzt, der von 2012 bis 2020 als Premierminister die fiskalische und monetäre Expansion – die sogenannten Abenomics – vorantrieb. Damit markiert sie einen Richtungswechsel gegenüber dem scheidenden Regierungschef Shigeru Ishiba, der als Befürworter risikoreicher Anlagen galt.
Allerdings gilt es, die Entwicklung des japanischen Anleihemarktes genau zu beobachten. Die langfristigen Zinsen sind zuletzt auf Niveaus gestiegen, die seit dem vergangenen Jahrhundert nicht mehr erreicht wurden – Ausdruck wachsender Sorge über die Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen. Der finanzpolitische Spielraum für zusätzliche Konjunkturimpulse scheint daher begrenzt.
Steigt der Druck auf die Bank of Japan?
Es sei denn, die Bank of Japan (BoJ) wird wieder expansiver. Schon jetzt hat die Ernennung Takaichis die Markterwartungen künftiger Zinserhöhungen nach hinten verschoben.
Ein Wirtschaftsberater ließ jedoch verlauten, dass Takaichi bis Januar kommenden Jahres durchaus eine moderate Zinserhöhung akzeptieren könnte – gleichzeitig solle die BoJ aber an ihrer grundsätzlich lockeren Geldpolitik festhalten.
Die Notenbank hatte im März 2024 mit der schrittweisen Normalisierung ihrer Geldpolitik begonnen, nachdem sie über Jahre hinweg Negativzinsen beibehalten hatte. Seit Januar liegt der Leitzins bei 0,5 %.
Trotzdem bleibt die BoJ vorsichtig restriktiv: Auf ihrer letzten Sitzung kündigte sie den schrittweisen Abbau ihrer ETF-Bestände an – ein weiteres Zeichen für den vorsichtigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.


















