Die indische Rupie markierte am Montag ein neues Rekordtief und verzeichnete damit den siebten Handelstag in Folge Verluste. Ein sprunghafter Anstieg der globalen Anleiherenditen traf auf anhaltend hohe Energiepreise und verschärfte den Druck auf die Währung, die in diesem Jahr bislang die schlechteste Performance in Asien aufweist.

Die Rupie fiel auf 96,3875 pro Dollar und unterschritt damit ihr bisheriges Allzeittief von 96,1350. Sie beendete den Handel bei 96,3450, was einem Rückgang von 0,4% gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag entspricht.

In den letzten sieben Handelstagen ist die Währung um 2% eingebrochen. Händler erklärten, dass die Verluste ohne die Marktinterventionen der Reserve Bank of India noch deutlicher ausgefallen wären.

Hohe Energiepreise und schwache Kapitalzuflüsse führen dazu, dass Indien das dritte Geschäftsjahr in Folge mit einem Defizit in der Zahlungsbilanz droht, was die Rupie zusätzlich belastet. Ökonomen von HSBC prognostizieren für das im April 2027 endende Geschäftsjahr ein Zahlungsbilanzdefizit von rund 65 Milliarden Dollar.

'Die anhaltende Verteilung des Drucks am Devisenmarkt zwischen Währungsschwäche und dem Einsatz von Devisenreserven dürfte sich fortsetzen. Insbesondere die Abwertung der Währung kann dazu beitragen, das Handelsbilanzdefizit zu verringern, indem Exporte wettbewerbsfähiger werden und Importe durch höhere Kosten gebremst werden', hieß es in einer Notiz vom Montag.

Ausländische Investoren haben seit März netto lokale Aktien und Anleihen im Wert von über 23 Milliarden Dollar verkauft. Dies belastet die Kapitalbilanz zu einem Zeitpunkt, an dem die Leistungsbilanz bereits durch hohe Importpreise unter Druck steht.

GLOBALER AUSVERKAUF

Die infolge des Iran-Krieges stark gestiegenen Energiepreise haben Inflationsängste geschürt und Wetten auf Zinserhöhungen der globalen Zentralbanken ausgelöst, was die Anleihemärkte von Tokio bis New York unter Verkaufsdruck setzte.

Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichten mit 4,631% ein 15-Monats-Hoch, die Rendite 10-jähriger japanischer Papiere stieg auf den höchsten Stand seit 1996, und das indische Pendant kletterte um 6 Basispunkte. Die Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges schienen nach einem Drohnenangriff auf ein Kernkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Stocken geraten zu sein.

Brent-Futures notierten bei rund 110 Dollar pro Barrel.

'Hohe Ölpreise und nun ein Ausverkauf am langen Ende des Anleihemarktes sind ein bärischer Doppelschlag für Schwellenländerwährungen und für Risikoanlagen im Allgemeinen', so die Analysten von ING.