Indiens Automobilhändler warnten am Montag vor möglichen Unterbrechungen der Lieferketten und des Versands in naher Zukunft. Grund hierfür seien die durch den Nahostkonflikt gestiegenen Rohstoffkosten, obwohl der Gesamtabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekordhoch erreichte.

Das allgemeine operative Umfeld sei durch den Konflikt getrübt, teilte die Federation of Automobile Dealers Associations (FADA) in einer Erklärung mit.

Der Krieg hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben, was die Kraftstoff- und Logistikkosten in der gesamten automobilen Wertschöpfungskette erhöht hat. Gleichzeitig verteuerten sich wichtige Metalle wie Aluminium, Kupfer und Stahl, die in der Fahrzeugherstellung Verwendung finden.

In der vergangenen Woche erklärte Maruti Suzuki, Indiens führender Automobilhersteller, dass Preiserhöhungen aufgrund der kriegsbedingt gestiegenen Rohstoffpreise wahrscheinlich seien.

Eine Umfrage der FADA ergab, dass mehr als die Hälfte der Händler von Liefer- oder Versandverzögerungen im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt betroffen war, wobei 17,1 % von erheblichen Verzögerungen von drei oder mehr Wochen berichteten.

An der Kraftstofffront gaben 36,5 % der Händler an, dass die steigenden Preise die Kaufentscheidungen der Kunden moderat bis signifikant beeinflussen, hieß es weiter.

Während die Auswirkungen im Segment der Nutzfahrzeuge am deutlichsten zu spüren waren, meldeten auch Händler von Personenkraftwagen und Zweirädern punktuelle Verzögerungen bei bestimmten Modellvarianten.

Die indischen Automobileinzelhandelsverkäufe stiegen im März um 25,28 %, so der Verband.

Der Absatz von Personenkraftwagen stieg im März im Jahresvergleich um 21,48 %, während die Verkäufe von Zweirädern um 28,68 % und die von Nutzfahrzeugen um 15,12 % zulegten. Damit schloss das Geschäftsjahr dank einer anhaltenden Dynamik durch Steuersenkungen, welche die Erschwinglichkeit verbesserten, mit einem starken Ergebnis ab, so die FADA.

Der gesamte Einzelhandelsabsatz für das Geschäftsjahr erhöhte sich um 13,3 %.

Die FADA teilte zudem mit, dass der Lagerbestand an Personenkraftwagen - also die durchschnittliche Zeit, die ein Auto im Ausstellungsraum verbleibt - den sechsten Monat in Folge gesunken ist. Im März lag dieser Wert bei etwa 28 Tagen, verglichen mit 52 Tagen im Vorjahresmonat.