Das indische Parlament hat am Mittwoch ein neues Steuergesetz verabschiedet, das nach Einschätzung von Experten zu höheren Zigarettenpreisen für die geschätzten 100 Millionen Raucher im bevölkerungsreichsten Land der Welt führen könnte.

Die gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit Tabakkonsum gelten als erhebliche Belastung für Indiens Ressourcen. Die Regierung hat bereits Maßnahmen wie neue Warnhinweise und die Anpassung der Steuersätze ergriffen, um den Konsum einzudämmen.

"Wir wollen auf keinen Fall, dass Zigaretten erschwinglich werden", erklärte Finanzministerin Nirmala Sitharaman, als sie die Zustimmung des Parlaments zu der Maßnahme einholte.

Derzeit machen die Gesamtsteuern auf Zigaretten in Indien etwa 53 % des Einzelhandelspreises aus - deutlich weniger als der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Richtwert von 75 %, der den Konsum verringern soll, so Sitharaman. Unter Berücksichtigung der Kaufkraft seien die Preise laut WHO-Daten zudem nicht gestiegen, fügte sie hinzu.

Das neue Gesetz - das Central Excise (Amendment) Bill 2025 - ersetzt eine bisherige, befristete Abgabe auf Produkte wie Zigaretten und einige Luxusgüter.

Die aktuellen Steuern auf Zigaretten umfassen eine Waren- und Dienstleistungssteuer (GST) von 28 % sowie zusätzliche Abgaben. Das neue Gesetz sieht eine wertbasierte Steuer zwischen 2.700 und 11.000 Rupien (29 bis 122 US-Dollar) pro tausend Zigaretten - abhängig von deren Größe - vor. Diese Steuer kommt zu einer 40 %igen GST hinzu.

Indiens führende Zigarettenhersteller, darunter Unternehmen wie ITC und Godfrey Phillips India, haben sich bislang nicht öffentlich zu den Änderungen geäußert.

Sitharaman machte keine konkreten Angaben dazu, wie sich die Steueränderungen auf die Zigarettenpreise auswirken werden. Experten gehen jedoch davon aus, dass die neuen Regelungen zu höheren Steuern führen und Unternehmen die Preise entsprechend anheben könnten.

"Die vorgeschlagenen Verbrauchsteuersätze liegen im Durchschnitt 25 % bis 40 % höher als die derzeitigen Steuern", sagte Bipin Sapra, Partner bei EY India.

Hohe Steuern entsprächen internationalen Best-Practice-Standards, um das Konsumverhalten bei solchen Produkten zu verändern, ergänzte Sapra.

Nach Angaben der WHO ist Tabakkonsum eine der Hauptursachen für Tod und Krankheit in Indien und führt jährlich zu fast 1,35 Millionen Todesfällen.

(1 US-Dollar = 90,1610 Indische Rupien)