Indiens Ministerium für saubere Energien hat am Sonntag klargestellt, dass es keine Empfehlung ausgesprochen habe, neue Finanzierungen für den Sektor zu pausieren oder einzustellen.

Diese Stellungnahme folgt auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Freitag, wonach das Ministerium Kreditgeber aufgefordert habe, bei der Finanzierung neuer Solarmodul-Fabriken vorsichtig zu agieren, da das Angebot die Nachfrage übersteige.

Das Schreiben des Ministeriums hatte unter den Solarherstellern des Landes für Unruhe gesorgt. Viele äußerten die Sorge, dass eine solche Maßnahme die Finanzierungsmöglichkeiten für die gesamte Branche gefährden könnte.

Am Sonntag betonte das Ministerium für neue und erneuerbare Energien, es habe das Finanzministerium lediglich gebeten, Kreditgeber zu einer ,,kalibrierten und fundierten Herangehensweise" bei der Bewertung von Anträgen für zusätzliche, eigenständige Solarmodul-Kapazitäten zu raten, um Risiken einer Überversorgung zu vermeiden. Die Empfehlung sei jedoch nicht darauf ausgerichtet, die Finanzierung des gesamten Sektors für saubere Energien zu stoppen.

,,Diese breit angelegte Vorsicht könnte, wenn sie undifferenziert angewendet wird, die Herstellung von Solarzellen beeinträchtigen", erklärte Chetan Shah, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Solex Energy.

,,Eine Einschränkung der Finanzierung zum jetzigen Zeitpunkt würde laufende Projekte gefährden und die Abhängigkeit von importierten Zellen weiter verstärken", so Shah weiter.

Mehrere indische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Modulproduktion ausgebaut, in der Erwartung, in die USA exportieren zu können. Doch höhere US-Zölle und eine strengere Überprüfung indischer Lieferungen aufgrund von Bauteilen chinesischer Herkunft haben die Exporte beeinträchtigt und Befürchtungen eines Überangebots im Inland geschürt.

Nach Angaben des Ministeriums für saubere Energien wird Indiens Modulkapazität in den kommenden Jahren voraussichtlich um ein Drittel auf 200 Gigawatt (GW) steigen, während die Zellproduktion sich auf 100 GW vervierfachen könnte.

Das Ministerium bekräftigte am Sonntag, weiterhin auf politische Unterstützung und den Ausbau der Infrastruktur zu setzen, um die Solarproduktion zu stärken.