Während Philip Morris nie wirklich das Vertrauen der Investoren verloren hat – siehe dazu Philip Morris: Bleibt der Konkurrenz einen Schritt voraus –, mussten sich die beiden britischen Wettbewerber British American Tobacco und Imperial Brands lange mit deutlichem Gegenwind auseinandersetzen.
Beide Unternehmen kämpfen mit einer vergleichsweise hohen Verschuldung und, noch schwerer wiegend, mit nur bescheidenen Fortschritten im Bereich der sogenannten „Next-Generation Products“ – also E-Zigaretten, Tabakerhitzer oder Kautabak. Zur Einordnung siehe auch British American Tobacco: Hat zu kämpfen.
Dabei bleiben sowohl BAT als auch Imperial Brands beeindruckende Cashflow-Maschinen. Wie MarketScreener bereits bei der letzten Ergebnisanalyse hervorhob: Obwohl der Aktienkurs von Imperial heute auf dem Niveau von vor fünfzehn Jahren verharrt, haben sich sowohl Gewinne als auch Dividenden in dieser Zeit mehr als verdreifacht – trotz rückläufiger Absatzmengen, und ausschließlich dank aggressiver Preiserhöhungen.
Diese Strategie hat sich auch im Geschäftsjahr 2025 fortgesetzt: Die Absatzmengen sanken um 1,7 %, gleichzeitig konnten die Preise im Schnitt um 5,4 % angehoben werden. Besonders stark fiel die Entwicklung in den USA aus, wo die Volumen um 6,1 % einbrachen, während die Preise um satte 9,9 % zulegten.
So gelang es Imperial, einen Free Cashflow von 2,7 Milliarden Pfund zu erwirtschaften – der höchste Wert der letzten fünf Jahre. Wie üblich fließt dieser Gewinn vollständig an die Aktionäre zurück – durch Dividenden und Aktienrückkäufe. Im Zuge der starken Zahlen kündigte das Unternehmen eine Dividendenerhöhung um 4,5 % an, begleitet von einem um 16 % aufgestockten Rückkaufprogramm.
Seit 2021 hat Imperial insgesamt 11,6 Milliarden Pfund an Free Cashflow generiert – im Schnitt 2,3 Milliarden Pfund jährlich. Zum Vergleich: Die Unternehmensbewertung liegt aktuell bei 35 Milliarden Pfund, was einem 15-fachen Durchschnittsgewinn der letzten fünf Jahre entspricht – noch vor Kurzem lag das Multiple bei unter acht.
Die entscheidende Frage ist, wie lange sich dieses Modell aufrechterhalten lässt. Denn die Achillesferse des Konzerns ist offenkundig: Der Anteil der Produkte der „neuen Generation“ am Gesamtumsatz bleibt verschwindend gering – er liegt unter 5 %. Damit hinkt Imperial der Konkurrenz, allen voran Philip Morris, deutlich hinterher.
Hinzu kommt eine Nettoverschuldung von 9 Milliarden Pfund – das entspricht dem Vierfachen des durchschnittlichen Jahresgewinns der letzten fünf Jahre. Erstaunlich ist dabei, dass der Anleihemarkt dem Konzern bisher kaum Konsequenzen auferlegt: Imperial konnte in diesem Jahr drei Dollar-Anleihen zu durchschnittlich 5,5 % platzieren – lediglich 120 Basispunkte über der US-Zehnjahresrendite.



















