Das Ausbleiben diplomatischer Erfolge trieb die Rohölpreise nach oben, schürte die Inflationserwartungen und stützte den Dollar, während die Marktteilnehmer auf die im späteren Tagesverlauf anstehenden US-Preisdaten warteten.
Die Märkte sind seit Tagen in einem Wechselbad aus Hoffnung und Verzweiflung gefangen, während die diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran stagnieren.
Für einen erneuten Rückschlag sorgte US-Präsident Donald Trump mit der Aussage, der Waffenstillstand mit dem Iran befinde sich in einem 'kritischen Zustand', nachdem Teheran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts zurückgewiesen hatte.
Diese Nachricht verstärkte die Risikoaversion an den Märkten, wenngleich die Anleger darauf setzten, dass keine der Parteien an einer Eskalation der Angriffe interessiert sei, was die Verkaufswelle begrenzte.
'Es wird deutlich, dass die Positionen der USA und des Irans weit auseinanderliegen: Während Washington die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und den Rückbau des iranischen Atomprogramms fordert, macht Teheran den Abzug der US-Militärpräsenz zur Vorbedingung für jegliches Abkommen', kommentierte das Analysehaus Renta 4 in seinem Morgenbericht.
'Zudem bekräftigen wir: Sollte der CIA-Bericht zutreffen, wonach der Iran der US-Seeblockade noch mindestens 3 bis 4 Monate standhalten könnte, stünde Trump unter größerem Zeitdruck als der Iran. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Benzinpreise auf den Höchstständen von 2022 notieren und nun die US- 'Driving Season' beginnt - eine Phase maximaler Nachfrage, die den Preis weiter nach oben treiben und Trumps Position im Hinblick auf die Midterm-Wahlen am 3. November erschweren könnte', so die Analysten weiter.
Die seit dem 7. April geltende Waffenruhe hatte zunächst zur Stimmungsaufhellung beigetragen, doch der mangelnde Fortschritt bei den Verhandlungen beginnt nun, bestimmte Marktsegmente zu belasten.
Die Verteuerung von Energie als Spiegelbild dieser geopolitischen Spannungen heizt den Inflationsdruck an. Dies zwingt Investoren dazu, ein Szenario längerfristig hoher Zinsen einzupreisen, was sich in einem kontinuierlichen Anstieg der Anleiherenditen weltweit widerspiegelt.
In diesem Umfeld wird die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten um 12:30 Uhr GMT im Fokus der Händler stehen, die nach Signalen für die tatsächlichen Auswirkungen des Konflikts auf das Preisniveau suchen.
Zuvor könnte der deutsche ZEW-Index für das Konjunkturvertrauen im Mai (09:00 Uhr GMT) Aufschluss darüber geben, inwieweit der Krieg die Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft belastet.
Vor diesem Hintergrund notierte der spanische Leitindex IBEX 35 am Dienstag um 07:05 Uhr GMT mit einem Minus von 216,50 Punkten oder 1,21 % bei 17.636,00 Zählern, während der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 ebenfalls um 1,21 % nachgab.
Im Bankensektor verloren Santander 2,05 %, BBVA gaben um 1,39 % nach, Caixabank sank um 1,63 %, Sabadell fiel um 1,16 %, Bankinter verlor 1,65 % und Unicaja Banco notierte 1,38 % schwächer.
Unter den großen Standardwerten außerhalb des Finanzsektors gaben Telefónica um 0,83 %, Inditex um 1,28 %, Iberdrola um 0,89 % und Cellnex um 1,10 % nach, während die Aktie des Ölkonzerns Repsol um 0,67 % zulegen konnte.
(Informationen von Tomás Cobos; Redaktion: María Bayarri Cárdenas)


















