Der IBEX 35 startete am Dienstag nahezu unverändert in den Handel und versuchte sich nach dem Rückschlag von 2,4 % am Montag, der durch die erneute militärische Eskalation im Nahen Osten ausgelöst worden war, zu stabilisieren.

Die Angriffe der USA und des Irans erschütterten den fragilen Waffenstillstand zwischen den beiden Mächten. Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich zudem auf die laufende Berichtssaison der Unternehmen sowie den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Der geopolitische Fokus lag weiterhin auf der Strasse von Hormus, einem strategischen Korridor, über den vor Beginn des Konflikts 20 % des weltweiten Öl- und Gasangebots transportiert wurden.

Die USA und der Iran gerieten am Montag im Persischen Golf in einen Machtkampf um die Kontrolle des Seewegs, kurz nachdem Präsident Donald Trump eine Initiative gestartet hatte, um die Passage für festsitzende Schiffe und andere in der Nähe wartende Fahrzeuge zu öffnen.

In diesem Zusammenhang teilte die Reederei Maersk mit, dass die Alliance Fairfax, ein Autotransporter unter US-Flagge, den Golf durch die Strasse von Hormus unter dem Schutz von US-Militärkräften verlassen konnte. Dies nährte Anzeichen dafür, dass die US-Marine die iranische Kontrolle über die Meerenge lockert, was die Wiederaufnahme der Lieferungen aus der Region erleichtern könnte.

Der Ölpreis reagierte mit Rückgängen; die Sorte Brent verbilligte sich um 1,3 % auf 112,93 Dollar pro Barrel.

Auf Unternehmensebene setzte sich die Berichtssaison in Spanien fort. Sabadell war mit einem Minus von 2,15 % der am stärksten abgestrafte Wert im IBEX 35, nachdem der Gewinn aufgrund höherer Kosten und sinkender Krediterträge um 29 % einbrach. Unicaja hingegen - mit einem Minus von 1,28 % - konnte das Ergebnis dank höherer Provisionserträge und geringerer Rückstellungen verbessern.

Positive Impulse kamen aus Italien, wo Unicredit einen Rekordquartalsgewinn verzeichnete.

Der Terminkalender wird im weiteren Tagesverlauf durch die Zahlen von Advanced Micro Devices (AMD) und Pfizer ergänzt.

Im weiteren Wochenverlauf wird der US-Arbeitsmarkt zunehmend in den Mittelpunkt rücken.

Teilindikatoren - wie der JOLTS-Bericht am Dienstag und die ADP-Daten am Mittwoch - dienen als Vorbote für das Hauptereignis der Woche: die US-Arbeitsmarktdaten ausserhalb der Landwirtschaft für April am Freitag.

Analysten erwarten die Schaffung von 62.000 Stellen, was deutlich unter den 178.000 im März liegen würde, wobei saisonale Anpassungsschwierigkeiten für eine hohe Unsicherheit bei den Schätzungen sorgen.

In diesem Umfeld gehen die Märkte davon aus, dass die Federal Reserve ihren Leitzins angesichts der inflationären Auswirkungen der globalen Energiekrise das gesamte Jahr über unverändert lassen wird.

Um 07:15 GMT notierte der spanische Leitindex IBEX 35 mit einem Plus von 49,40 Punkten oder 0,28 % bei 17.405,50 Zählern, während der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 um 0,08 % zulegte.

Im Bankensektor überwogen die Verluste: Santander verloren 0,45 %, BBVA gaben ebenfalls 0,45 % nach, Caixabank sank um 0,28 % und Bankinter verzeichnete ein Minus von 0,72 %.

Unter den grossen Nicht-Finanzwerten legten Telefónica um 1,93 % zu, Inditex stieg um 0,67 %, Iberdrola gewann 0,51 %, Cellnex rückte um 0,63 % vor und der Ölkonzern Repsol notierte 0,57 % fester.

(Bericht von Tomás Cobos; Redaktion durch Benjamín Mejías Valencia)