Der IBEX 35 startete am Mittwoch mit moderaten Gewinnen in den Handel. Trotz der militärischen Eskalation im Nahen Osten stützten positive Nachrichten von Inditex und die anhaltende Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz die Aktienmärkte. Damit blieb der spanische Leitindex weniger als 50 Punkte von seinem Allzeithoch entfernt.

Während Israel seine Militäroffensive im Südlibanon fortsetzt, berichtete die US-Armee von vereitelten oder gescheiterten iranischen Raketenangriffen auf Bahrain, Kuwait und andere regionale Ziele. Die Diplomatie zwischen Washington und Teheran kommt derweil kaum voran. Beide Länder hatten zwar in der vergangenen Woche eine vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Krieges angekündigt, der sich in einem prekären Waffenstillstand befindet, doch wurde dieser bislang von keiner Seite unterzeichnet.

Die Brent-Futures reagierten auf die Verschärfung des Konflikts mit Kursgewinnen und stiegen um 1% auf 94,74 Dollar pro Barrel.

'Da die Richtung des Ölpreises der Eckpfeiler der Sitzungen ist, dürfte man sich heute am ehesten für Gewinnmitnahmen (an den Börsen) entscheiden. Dies wäre, wie wir betonen, nach den jüngsten Anstiegen durchaus gesund', kommentierten die Analysten von Bankinter vor der europäischen Eröffnung.

Trotz der kriegerischen Spannungen wurde der Markt weiterhin von der Technologie-Euphorie der letzten Wochen getragen. Am Mittwoch setzte sich die KI-Rally in Asien ungebremst fort, wobei die Börsenindizes in Taiwan und Japan neue Rekordstände erreichten.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtete sich zudem auf die makroökonomische Agenda. Im Tagesverlauf stehen der ISM-Dienstleistungsindex sowie die private US-Beschäftigungsumfrage an, die als Vorbote für die Arbeitsmarktdaten am Freitag gelten.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die Zahl der offenen Stellen in den USA im April so stark gestiegen ist wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dieser Datenpunkt deutet auf einen widerstandsfähigen Arbeitsmarkt hin und liefert kaum Argumente für eine Zinssenkung.

Die Märkte, die vor dem Krieg im Iran noch mit Senkungen gerechnet hatten, preisen nun für dieses Jahr Zinserhöhungen von etwa 18 Basispunkten in den USA ein. In Europa gilt eine Zinserhöhung durch die EZB in der nächsten Woche als nahezu sicher, nachdem Daten eine erneute Beschleunigung der Inflation im vergangenen Monat zeigten. Für Japan rechnen Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 75% mit einer Anhebung im Juni.

Hinzu kam eine gewisse Unruhe am Kryptomarkt. Die Kurse brachen ein, belastet durch Verkäufe von Strategy, einem großen Bitcoin-Treasury-Unternehmen, sowie durch Gerüchte, wonach Investoren Positionen auflösen, um Liquidität für den SpaceX-Börsengang in der nächsten Woche freizusetzen. Der Bitcoin verzeichnete innerhalb von drei Sitzungen einen Rückgang von fast 10% und markierte am Mittwoch mit 66.123 Dollar ein Zwei-Monats-Tief.

An der spanischen Börse stach Inditex hervor, deren Aktie nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal um 5% zulegte.

Der Textilkonzern gab an, gut in die Sommersaison gestartet zu sein. Die Umsätze stiegen im Mai um 11,5% und lagen damit über den Analystenprognosen. Im ersten Geschäftsquartal von Februar bis April legten die Erlöse währungsbereinigt um 8,8% zu.

Unter den übrigen großen Nicht-Finanzwerten notierte Telefónica 0,20% höher, Iberdrola gewann 0,23%, Cellnex legte um 1,54% zu und der Ölkonzern Repsol stieg um 0,53%.

Im Bankensektor verlor Santander 0,69%, BBVA gab um 0,58% nach, Caixabank sank um 0,13%, Sabadell fiel um 0,18%, Bankinter verzeichnete ein Minus von 0,32% und Unicaja Banco verlor 0,21%.

Insgesamt stieg der spanische Leitindex IBEX 35 am Mittwoch um 07:02 Uhr GMT um 64,00 Punkte oder 0,35% auf 18.336,00 Punkte. Damit rückte er nah an sein Rekordhoch auf Schlusskursbasis von 18.387,4 Punkten vom 25. Mai heran. Das Intraday-Allzeithoch des IBEX liegt bei 18.573,8 Punkten und wurde am 27. Februar 2026 erreicht.

Der europäische Blue-Chip-Index FTSE Eurofirst 300 gab am Mittwoch hingegen um 0,15% nach.

(Bericht von Tomás Cobos; Redaktion von Benjamín Mejías Valencia)