Düsseldorf, 05. Mai (Reuters) - Der Strategiewechsel beim Modekonzern Hugo Boss hat im ersten Quartal zu einem Gewinneinbruch geführt. Die Maßnahmen, etwa Ladenschließungen und die Straffung des Produktsortiments, hätten wie erwartet temporäre Auswirkungen auf den Umsatz und den Gewinn, erläuterte Finanzvorstand Yves Müller am Dienstag. Vor diesem Hintergrund sei er mit dem Verlauf der ersten Monate zufrieden. "Wir haben greifbare Fortschritte bei der Überarbeitung der Produktsortimente, der Optimierungen des Vertriebs und den Bereichen Beschaffung und Kostenmanagement erzielt." Inzwischen seien 15 der insgesamt 50 geplanten Schließungen von eigenen Läden bis zum Jahr 2028 umgesetzt. An seiner Prognose für das Gesamtjahr halte er daher fest.

Allerdings sei mit dem Krieg im Nahen Osten eine neue Unsicherheit hinzugekommen, so Müller. "Je länger der Konflikt andauert, desto größer ist die Gefahr, dass sich das Consumer Sentiment rund um den Globus weiter verschlechtert." Im ersten Quartal seien die Erlöse in der Region eingebrochen. Allerdings erwirtschafte Boss dort lediglich drei Prozent des Konzernumsatzes. "De facto hat uns das im ersten Quartal damit rund ein Prozent des Umsatzes gekostet."

Mit Blick auf die erhobenen US-Zölle kündigte Müller an: "Der Teil der Zölle, die unrechtmäßig waren, wird automatisch zurückvergütet. Da achten wir drauf, dass wir entsprechend unser Geld, das wir zu viel gezahlt haben, zurückbekommen werden." Über die Höhe der zu erwartenden Gelder wollte sich Müller nicht äußern. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte die Abgaben im Februar für verfassungswidrig erklärt. Nunmehr stehen Rückzahlungen von bis zu 175 Milliarden Dollar an.

QUARTALSZAHLEN KOMMEN TROTZ EINBUßEN BEI DEN ANLEGERN AN

Im ersten Quartal ging der Umsatz um sechs Prozent auf 905 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) brach um 41 Prozent auf 35 Millionen Euro ein. Mit seinem Strategiewechsel "Claim 5 Touchdown" strafft der Konzern derzeit seine Produktsortimente und optimiert sein Vertriebsnetz, was sich wie erwartet auf die Geschäftszahlen auswirkte. Besonders deutlich zeigte sich dies bei der Marke HUGO, deren Umsatz um 21 Prozent nachgab, während die Kernmarke BOSS mit einem Minus von drei Prozent widerstandsfähiger war. Geografisch gesehen kehrte die Region Asien/Pazifik auf den Wachstumskurs zurück, während Europa und Amerika Rückgänge verzeichneten.

Die im Nebenwerteindex MDax gehandelten Hugo-Boss-Aktien legten um 4,7 Prozent auf 37,49 Euro zu. "Die (vorsichtigen) Markterwartungen wurden im ersten Quartal übertroffen", kommentierten Analysten der DZ Bank.

Den Ausblick bekräftigte Müller. Wegen des geplanten Strategiewechsels wird 2026 ein währungsbereinigter Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. Das Ebit soll auf 300 bis 350 (Vorjahr: 391) Millionen Euro sinken.

(Bericht von Anneli Palmen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)