Der Auftragsbestand ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert, getragen von zahlreichen Projekten im Bau von Rechenzentren, in der Energieinfrastruktur, im Verteidigungssektor sowie im Transportwesen.

Zunächst speiste sich dieser Boom vor allem aus der wiedererstarkten Dynamik der US-Tochter Turner, deren operativer Gewinn 2025 nochmals um mehr als die Hälfte zulegt – insbesondere dank einer Serie von Großprojekten im Bau von Data Centers.

Inzwischen verleiht auch das Investitionsprogramm der deutschen Bundesregierung neuen Schwung. Mit einem geplanten Volumen von 500 Mrd. Euro soll die heimische Wirtschaft angekurbelt werden – ein Impuls, von dem Hochtief unmittelbar profitiert.

Parallel dazu zahlt sich in der Region Asien-Pazifik die 2022 vollzogene Übernahme des australischen Baukonzerns CIMIC aus, die erneut ein Wachstumsjahr ermöglicht.

Hochtief, mehrheitlich im Besitz des spanischen Konzerns ACS, der über drei Viertel der Anteile hält, hatte im vergangenen Zyklus mit einem besorgniserregenden Wachstums- und Profitabilitätsproblem zu kämpfen.

Ist das Unternehmen nun endgültig aus dem Gröbsten heraus? 2023 markierte eine erste Trendwende, 2024 bestätigte diese Entwicklung – und 2025 fügt sich nahtlos in die Phase der Erholung ein. Mit drei stabilen Säulen – in Nordamerika, im Asien-Pazifik-Raum und im Heimatmarkt – scheint Hochtief gut positioniert, um ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte aufzuschlagen.

Entscheidend wird jedoch sein, ob der Konzern dieses Tempo halten kann. Die Bewertung ist in der Folge stark gestiegen und liegt mittlerweile beim 36-Fachen des Gewinns – exakt doppelt so hoch wie der historische Durchschnitt von 18. Zugleich ist die Dividendenrendite auf ein historisches Tief gefallen.

Auf diesem Bewertungsniveau dürfte jede negative Überraschung von den Investoren äußerst scharf sanktioniert werden.