Hitachi Energy India Limited und Adani Energy Solutions Ltd., Indiens größtes privates Stromübertragungs- und Verteilungsunternehmen, haben eine der weltweit größten Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Anlagen (HGÜ/HVDC) zur innerstädtischen Einspeisung in Mumbai erfolgreich in Betrieb genommen. Damit wird die Stromversorgung von außerhalb der Stadt um 50 Prozent erhöht. Durch die Einspeisung von bis zu 1.000 Megawatt (MW) an zuverlässiger, sicherer und sauberer Energie direkt in eine der am dichtesten besiedelten Megastädte der Welt bewirkt die neue HVDC-Verbindung einen Quantensprung für die Energieresilienz Mumbais. Die Verbindung Kudus-Aarey stärkt die Übertragungsinfrastruktur der Stadt erheblich und unterstützt den täglichen Bedarf von mehr als 20 Millionen Menschen.

Basierend auf der VSC-HVDC-Technologie (Voltage Source Converter) von Hitachi Energy ermöglicht die Verbindung eine präzise und schnelle Steuerung des Lastflusses, eine verbesserte Spannungsstabilität sowie eine erhöhte Netzzuverlässigkeit in einer Stadt, in der Raum ein knappes Gut ist. Die Modernisierung der Konverterstation Aarey stellt die bedeutendste Netzaktualisierung der Stadt seit fast 25 Jahren dar. Dabei wurde die Netzkapazität von 250 auf 1.000 Megawatt (MW) gesteigert, was die Energiestabilität und Resilienz der Stadt direkt verstärkt und somit die Energiesicherheit gewährleistet. Die Umsetzung dieses Meilensteinprojekts im Herzen einer geschäftigen Megastadt erforderte außergewöhnliche Fähigkeiten in der Projektausführung.

Der Bau einer bedeutenden Übertragungsschnittstelle unter engen urbanen Rahmenbedingungen erforderte eine präzise Koordination von Bauwesen und Logistik - eine Herausforderung, die durch die Monsunzeiten in Mumbai noch verschärft wurde. Die Konverterstation wurde mit einer extrem kompakten Grundfläche konzipiert und über eine Konfiguration aus Freileitungen und unterirdischen HVDC-Kabeln versorgt. Dies gab etwa 2 Quadratkilometer Stadtgebiet frei - was ungefähr 280 Fußballfeldern oder mehr als 100 Cricketfeldern entspricht. Das Projekt wird über den Netzanschluss Kudus mit Strom von außerhalb der Stadt versorgt, einschließlich erneuerbarer Energien aus den Erzeugungsregionen von Maharashtra und regenerativ geprägten Knotenpunkten des nationalen indischen Stromnetzes.

Mit ihrer kompakten Bauweise, der Fähigkeit zur Stromübertragung durch Erdkabel in engen Korridoren und den inhärenten Vorteilen beim Management von Netzengpässen, Umweltbelastungen, akustischem und elektrischem Rauschen sowie der Spannungsqualität und Steuerung bietet die innerstädtische HVDC-Anwendung ein skalierbares Modell für andere indische Städte und globale Megastädte. Diese stehen vor ähnlichen Herausforderungen durch steigenden Strombedarf sowie Schwierigkeiten bei der Flächengenehmigung und Netzintegration.