Die Match Group gab am Dienstag bekannt, dass Hinge-Gründer und CEO Justin McLeod zurücktreten wird, um Overtone zu gründen - ein von künstlicher Intelligenz betriebenes Dating-Unternehmen, das von der Match Group unterstützt wird. Dieser Schritt signalisiert eine bedeutende Wette auf künstliche Intelligenz.
Jackie Jantos, derzeit Präsidentin und Chief Marketing Officer von Hinge, wird die Position der CEO übernehmen. Jantos leitete die Expansion der App nach Europa und Lateinamerika und führte Produktinitiativen ein, die gezielt auf die Generation Z ausgerichtet sind.
Overtone, das im Jahr 2025 innerhalb von Hinge entwickelt wurde, wird als unabhängiges Unternehmen agieren und sich darauf konzentrieren, mithilfe von KI- und Sprachtools neue Verbindungen zu schaffen, teilte das Unternehmen mit.
Die Match Group plant, die erste Finanzierungsrunde von Overtone Anfang 2026 anzuführen und eine bedeutende Beteiligung zu halten. McLeod wird als Vorsitzender von Overtone fungieren und Hinge bis März weiterhin als Berater zur Seite stehen.
,,Da MTCH eine substanzielle Eigentümerposition behält, scheint das Unternehmen sicherstellen zu wollen, dass es bei potenziell bedeutenden Entwicklungen nicht ins Hintertreffen gerät", sagte MScience-Analyst Chandler Willison.
Dieser Schritt unterstreicht die Bemühungen der Match Group, ihre dominante Position im traditionellen Online-Dating-Ökosystem mit Apps wie Tinder und OkCupid zu verteidigen, während gleichzeitig auf experimentelle Projekte gesetzt wird, die die Branche neu gestalten könnten, ergänzte Willison.
McLeod gründete Hinge im Jahr 2011 und machte es zu einer der am schnellsten wachsenden Marken der Match Group.
KI-GESTEUERTE PARTNERVERMITTLUNG
Die Match Group, die weiterhin zu den führenden Akteuren im Online-Dating-Sektor mit ihren Anwendungen zählt, setzt nach wie vor auf KI-gestützte Verbindungen - insbesondere angesichts der sich wandelnden Nachfrage jüngerer Nutzer, die zunehmend auf KI-basierte und spezialisierte Dating-Apps setzen.
Konkurrenten wie Bumble und Grindr haben ebenfalls ihre Investitionen in KI erhöht und setzen auf neue Funktionen, die die Personalisierung verbessern und die Sicherheit stärken sollen, um der zunehmenden Kritik an der ,,Swipe-Müdigkeit" zu begegnen.
Mehrere Start-ups, darunter KI-basierte Dating-Plattformen wie Teaser und Blush, experimentieren ebenfalls mit generativen KI-Tools und Konversationsagenten, die menschliche Chemie nachahmen und die Erfolgsquote beim ersten Date steigern sollen.
Die branchenweite Hinwendung zu künstlicher Intelligenz erfolgt vor dem Hintergrund eines verlangsamten Nutzerwachstums, zunehmender Konkurrenz und wachsendem Druck, das Wachstum wieder anzukurbeln. Dies zwingt Dating-Unternehmen dazu, neu zu überdenken, wie Algorithmen das Kennenlernen natürlicher gestalten können.


















