Doch der Rekordwert verdient eine differenzierte Betrachtung. Das Umsatzhoch fällt in eine günstige Marktphase, die durch den Hype um Künstliche Intelligenz befeuert wird, begleitet von einer flächendeckenden Erneuerung veralteter Hardware und einem Investitionsboom im Bereich Rechenzentren.

Der Anstieg ist zudem in hohem Maße auf die Übernahme von Juniper Networks zurückzuführen – ein 2024 unterzeichneter und dieses Jahr abgeschlossener Deal, der allerdings nicht ohne Komplikationen verläuft. Auf vergleichbarer Basis bleibt das Wachstum bei HPE äußerst schwach: Ohne Juniper hätte der Konzern 2025 denselben Umsatz erzielt wie vor zehn Jahren.

Dies trotz eines grundsätzlich unterstützenden Marktumfelds – volatil, aber getragen durch den Vormarsch des Cloud-Computings –, das allerdings bislang nur begrenzt den Ausrüstern zugutekam. Ein Beispiel ist Dell, das sich in dieser Hinsicht zwar etwas besser schlägt als HPE, jedoch ebenfalls mit einem strukturellen Wachstumsproblem zu kämpfen hatte – oder hat?

Juniper wurde für rund 14 Milliarden US-Dollar übernommen – ein Preis, der fast dem Dreifachen des Umsatzes und dem 30-Fachen des EBITDA entspricht. Zum Vergleich: HPE wird aktuell nur mit dem Einfachen seines für das nächste Jahr erwarteten Umsatzes bewertet – und mit weniger als dem Zehnfachen des EBITDA.

Die Skepsis der Anleger ist also nicht unbegründet: Sie zweifeln offenbar daran, dass der Konzern – selbst im Rückenwind des KI-Zeitalters – aus einer Dekade der Stagnation ausbrechen kann. Bezeichnend ist, dass das Management trotz veränderter Konzernstruktur und Juniper-Integration für das kommende Jahr einen stagnierenden freien Cashflow prognostiziert.

In diesem Umfeld – mit einer durch die Übernahme belasteten Bilanz und einer Nettoverschuldung, die dem Siebenfachen des freien Cashflows entspricht – dürfte HPE kaum Spielraum haben, um die Kapitalausschüttungen an seine Aktionäre zu erhöhen.