Das Traditionshaus aus der Rue du Faubourg-Saint-Honoré ist der einzige Akteur, der sich dem allgemeinen Abschwung im Luxusgütersektor entziehen kann. Zwar werden die Verkäufe im Nahen Osten – und in gewissem Maße auch in Frankreich – durch die geopolitische Lage beeinträchtigt, doch in allen anderen Regionen verzeichnet Hermès ein bemerkenswert starkes Wachstum.
Besonders hervorzuheben ist Japan mit einem Umsatzplus von 10 %. Vor allem aber glänzt die Region Amerika, in der Hermès inzwischen Kultstatus erreicht hat und im ersten Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 17 % erzielt – nach einem bereits außergewöhnlich starken Jahr 2025.
Operativ entwickeln sich nahezu alle Sparten positiv, mit Ausnahme der Uhrensparte, in der sich die deutliche Normalisierung nach dem Boom der vergangenen Jahre fortsetzt. Dennoch hält Hermès an seinen Expansionsplänen in diesem Segment fest, in dem das Unternehmen vermutlich bessere strukturelle Chancen besitzt als manche modische, aber substanzarme Marke.
Auf Konzernebene steigt der Umsatz währungsbereinigt um 5,6 %, geht jedoch auf berichteter Basis um 1 % zurück – belastet durch einen sehr ungünstigen Währungseffekt, der den Konzern rund 290 Millionen Euro kostet.
Damit präsentiert sich Hermès deutlich robuster als der Branchenriese LVMH, dessen Umsätze währungsbereinigt lediglich um 1 % zulegen und auf berichteter Basis sogar um 6 % zurückgehen. Besonders auffällig ist dabei die schwächere Entwicklung in Nordamerika.
Zudem leidet LVMH unter einem deutlichen Rückgang im strategisch zentralen Segment Mode und Lederwaren, das nahezu die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht. Bei Hermès hingegen wächst dieser Bereich in den ersten drei Monaten des Jahres weiterhin um 9 %.
Der Markt reagierte am Morgen dennoch mit einer deutlichen Kurskorrektur und drückte die Bewertung des Unternehmens wieder unter die symbolische Schwelle des 40-fachen Gewinns – in etwa das historische Durchschnittsniveau, bereinigt um die spekulative Übertreibung während der Pandemie.
Ein weiterer Rückgang in Richtung eines Bewertungsniveaus von rund dem 30-fachen Gewinn – ein historisches Tief, das in den vergangenen zwanzig Jahren nur zweimal erreicht wurde – wäre ein starkes Signal. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat der von Axel Dumas geführte Konzern seine Dividende je Aktie um das 18-Fache gesteigert und darüber hinaus fünfmal Sonderdividenden ausgeschüttet.



















