Persil-Eigentümer Henkel gab am Mittwoch bekannt, dass er eine Vereinbarung zur Übernahme des Spezialbeschichtungsunternehmens Stahl für 2,1 Milliarden Euro (2,5 Milliarden US-Dollar) von der Stahl Group getroffen hat, die mehrheitlich dem französischen Private-Equity-Unternehmen Wendel gehört.

Dieser Schritt passt zu Henkels übergeordneter Strategie, die Abhängigkeit von langsam wachsenden Verbrauchermarken zu verringern und die profitablere Industriesparte zu stärken.

"Zusammen mit der kürzlich angekündigten Absicht, ATP Adhesive Systems zu übernehmen, haben wir zwei bedeutende M&A-Projekte vereinbart, die sich auf nahezu eine Milliarde Euro Umsatz summieren und das Wachstumspotenzial unseres (...) Geschäftsbereichs Adhesive Technologies erheblich vorantreiben", sagte Henkel-CEO Carsten Knobel in einer Pressemitteilung.

Die Transaktion spiegelt auch einen breiteren Trend wider: Durch gezielte Übernahmen soll in Nischenmärkten mit hohem Technologieanteil skaliert werden, die wirtschaftlichen Schwankungen besser standhalten als Massenmarktprodukte.

Der Vertrag wird laut Henkel offiziell unterzeichnet, sobald der verpflichtende Konsultationsprozess mit dem Betriebsrat von Stahl abgeschlossen ist. Stahl beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2025 einen bereinigten Umsatz von etwa 725 Millionen Euro.

MEHRHEITSINHABER ERHÄLT 1,2 MILLIARDEN EURO

Wendel teilte mit, aus der Transaktion 1,2 Milliarden Euro zu erhalten, was etwa dem 6,6-fachen der Gesamtinvestition in Stahl seit dem Einstieg im Jahr 2006 entspricht.

"Abgesehen vom Wert ist (Henkel) auch der beste industrielle Käufer für Stahl", sagte Wendel-CEO Laurent Mignon gegenüber Reuters.

Auch die Minderheitsaktionäre von Stahl, die Chemiekonzerne BASF und Clariant, haben zugestimmt, ihre Anteile an Henkel zu verkaufen.

Die Aktien von Wendel stiegen im frühen Pariser Handel um nahezu 9 % und waren auf dem Weg zum größten Tagesanstieg seit März 2022, sofern die Gewinne bis zum Handelsschluss Bestand haben. Die Henkel-Aktie legte in Berlin um rund 1 % zu.

Wendel habe zwei bis drei Jahre damit verbracht, Stahl auf einen Verkauf vorzubereiten, was laut Mignon auch die Ausgliederung des "Wet End"-Geschäftsbereichs einschloss.

(1 US-Dollar = 0,8457 Euro)