Bereits im Sommer 2024 hatten wir in diesen Spalten darauf hingewiesen, dass die damaligen Rentabilitäts- und Bewertungsniveaus kaum nachhaltig erscheinen. Und in der Tat: Die Marktkapitalisierung der Hannover Rück stagniert seither – und die heute veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal 2025 deuten auf eine Stabilisierung der Geschäftsdynamik hin.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres liegt das operative Ergebnis – inflationsbereinigt – auf Vorjahresniveau. Dies in einem Umfeld, das weiterhin außergewöhnlich günstig bleibt: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote beträgt nur 86 %, nach 88 % im Vorjahr – beide Werte deutlich unter dem historischen Branchenschnitt.
Dieses günstige Umfeld erlaubt es dem Schaden- und Unfallsegment, die leichten Rückgänge in der Lebensrückversicherung – rund ein Viertel des Konzernumsatzes – sowie im Kapitalanlagebereich zu kompensieren. Letzterer war unter anderem durch einen realisierten Verlust auf eine nicht näher bezeichnete Position belastet.
Die Eigenkapitalrendite im dritten Quartal liegt bei beeindruckenden 22 % – und damit weiterhin weit über dem historischen Durchschnitt. Für das Gesamtjahr 2025 stellt der Konzern einen Nettogewinn von 2,6 Milliarden Euro in Aussicht; für 2026 werden 2,7 Milliarden Euro angestrebt.
Diese Prognosen stehen jedoch unter dem Vorbehalt eines weiterhin stabilen Umfelds – also ohne unvorhergesehene Naturkatastrophen, Marktverwerfungen oder Einbrüche im margenstarken Geschäft mit strukturierten Rückversicherungslösungen, insbesondere im Bereich der sogenannten bulky deals: sporadisch abgeschlossene Megaverträge, die schnell dreistellige Millionensummen erreichen können.
Im Oktober hatte CEO Clemens Jungsthöfel Analysten beruhigt: Die seit 2022 rasant gestiegenen Preise hätten Hannover Re erlaubt, die Risikovorsorge auf komfortablem Niveau auszubauen. Die daraus resultierende Zeichnungspolitik beschrieb er als „hart, aber ehrlich“ gegenüber den Kunden.
In den vergangenen zehn Jahren hat Hannover Re seinen Gewinn und die Dividendenausschüttungen an die Aktionäre jeweils verdoppelt. Die Rentabilität bewegt sich weiterhin auf außergewöhnlich hohen Niveaus weit über dem Durchschnitt – begünstigt durch eine äußerst schadensarme Periode.
Gerade deshalb bleibt die Sorge vor einem konjunkturellen Wendepunkt präsent: Denn bei den aktuellen Bewertungsniveaus dürfte jede Eintrübung des Umfelds von den Märkten rasch und empfindlich abgestraft werden.


















